Mit einem Traum Start, vier Gläsern Whiskey und somit mit einem wohlgesonnenen Rasmus, ging es raus auf die große weite See. Wie von Leo schon beschrieben wechselte das Wetter sowie der Gemütszustand der Crew recht häufig. „Ist das schön und gemütlich“ und „Warum tu ich mir den Scheiß eigentlich an?“ liegen manchmal nur eine Nachtwache auseinander. Aber beim Frühstück ist meistes alles wieder gut. Die angekündigte Barfuß-Route kann ich nicht bestätigen, denn in der Nacht und bei bewölktem Himmel wird es bei dem frischen Wind doch recht kalt. Und wenn dann in meiner Tageswache von 8 bis 12 Uhr so gegen 9:30 Uhr eine Welle entschließt das gesamte Cockpit einschließlich mich zu fluten, kommt Freude auf. Aber dem besorgtem Kopf von Lukas, der kurze Zeit später aus dem Schiebeluk erschien, wurde die Unversehrtheit der Crew und des Bootes versichert. Bei dem zweiten großen Brecher in meiner Wache war Lukas live beteiligt. Dieser drückte die Aura mit massiver Kraft auf die Seite und ein Großteil der Steuerbordseite wurde mit sechs Knoten durchs Wasser gezogen, was der Rettungsring samt Halterung nicht überlebte. Auch dieses Chaos wurde schnell beseitigt und obwohl mit etwas ehrfürchtigerem Blick auf die herannahenden Wellen wurde die Reise ungestört fortgeführt. Solche kleinen Schreckensmomente führen einem auch vor Augen wie gut und durchdacht die Aura entworfen wurde, denn mehr als einen Schreck gab es halt nicht.
Das Welle hier und das Welle da der Überfahrt wird durch gelegentliche Delphinbesuche, Walsichtungen und das Vorbeitreiben von Meeresschildkröten aufgelockert. Und wie von Leo schon beschrieben, gelegentlich wird so ein freundliches Meeresgeschöpf auch einfach mal voll übergebügelt. Was es genau war wissen wir nicht, aber ich dachte mir, da wählt man die umweltschonenste Art der Atlantiküberquerung und kriegt dann doch von Greenpeace eins auf den Deckel. Zum Schluss leibt: Wir hatten Vorfahrt!
Die Segelei macht einen riesen Spaß und es wird trotz manch flauem Magen viel gelacht. Den leckeren Kartoffelauflauf, welcher als erste Mahlzeit überhaupt dem Appetit der Crew nicht gewachsen war, seht ihr auf einem der Fotos. Tischetikette fehl am Platz. Alles wird aus Schüsseln gegessen und möglichst nur mit einer Hand. Die restlichen Verstrebungen am Körper werden für den sicheren Halt benötigt. Die zweistündigen Nachtwachen sind einsam und bieten viel Platz und Zeit für ausführliche Gedankenwanderungen. Da uns der treue Erdtrabant immer ein helles Licht schenkt, hat der Sternenhimmel ein Nachsehen. Aber auch dies wird sich sicher ändern. Bis dahin wird halt fleißig Schokolade und Kekse gemampft.
Das Vertrauen in unser viertes Crewmitglied wächst von Tag zu Tag. Es geht sogar so weit, dass sich die gesamte Crew auf dem trockenem Vordeck befindet und der Windpilot fleißig auch die größten Wellen ausreitet. Und den Kurs halten schafft er besser als ich J
Ich hoffe weiter auf viele freundliche und gute Wünsche von euch, bis jetzt haben sie viel gebracht.
Mit lieben Grüßen Chris
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