Samstag, 3. August 2013

Von Rendsburg nach Kiel


Die kleine Marina bei Rendsburg, in der wir die Nacht verbracht haben, stellte sich als die Perle des Nord-Ostsee-Kanals heraus. Der Hafenmeister dort war extrem freundlich und erläuterte uns gleich die Möglichkeiten des Ortes.
Gerade renovierte Räume für die Gäste mit Küche, Bibliotheks- und Fernsehzimmer, kostenlose Leihfahrräder für den morgendlichen Weg zum Bäcker und nicht zuletzt sehr großzügige Wasch- und Duschräume hinterließen einen vorzüglichen Eindruck.
Besonders die Duschen sind zu erwähnen, mit gaaanz viel von glitzerkalt bis kochend heiss einstellbarem Wasser in ganz hartem Strahl und viel Raum zum Umziehen. Dies erreichte auf der steylerschen Hafendusch-Wertung (ein bis fünf Brauseköpfe) eine glatte sechseinhalb.

Der Weg nach Kiel stellte sich wieder als problemlos heraus, nur diesmal nicht ganz so warm. Der Versuch, den Funkverkehr der Kiel Canal Control mit den Lotsen auf den Frachtern zu entschlüsseln, blieb zwar letztendlich erfolglos, vertrieb uns aber die Zeit der Fahrt.

Vor der Schleuse Kiel-Holtenau mussten wir fast eine Stunde auf die Schleusung warten. Nachdem sich schon einige Yachten gesammelt hatten, um auf die Einfahrt zu warten, wurden alle nach einem Frachter vom Schleusenmeister über Funk zu dem Großschiff in die linke Schleusenkammer beordert. "Die Sportboote können steuerbord anlegen, dann ist der Weg zum Bezahlen nicht so weit." Der ganze Pulk machte sich bereit und als die weiße Schleusenampel erstrahlte, ging das Rennen los.
Als erste drängte eine über 50 Fuß neue, große, feine Rennyacht mit junger Besatzung und älterem Skipper, der im weißen Hemd wie ein leitender Angestellter aussah, in die Schleusenkammer, um, nachdem sie erste Position eingenommen hatte, die anderen mit langsamster Fahrt aufzuhalten und dann MITTEN auf der steuerbordschen Schleusenseite festzumachen! Verwirrung im Pulk.

Leo am Steuer der Aura war völlig entspannt dem Haufen hinterhergefahren und als wir die Schleusenkammer erreichten, winkte uns der Schleusenmeister von seinem Balkon auf die Backbordseite der Schleuse - jedoch ganz nach vorn! Der Weg zum Bezahlen über das Schleusentor war aber gar nicht viel weiter und wurde von Nous genutzt, um gleich noch ein paar Biere für den Abend zu erwerben.

Als sich nach kurzer Zeit das vordere Schleusentor öffnete, wurden die Sportboote beordert, vor dem Frachter die Schleuse zu verlassen. Hätte dieser zuerst Fahrt aufgenommen, wären die hinter ihm liegenden Yachten durch den Schub wahrscheinlich zurück in den Kanal geschwemmt worden.  ;-)

Damit war das Rennen natürlich wieder offen! Nach anfänglicher Führung der an der Pole Position liegenden Aura arbeitete sich die große Rennyacht, die "Bank von Bremen" - aufgepasst Jungs, vielleicht findet Ihr Euch ja mal in diesem Blog, wenn Ihr Euer Schiff googled - aus dem chaotischen Mittelfeld nach vorn und tauchte links neben der Aura auf.
Sie stellten aber schnell fest, das die beabsichtigte schnelle Kurve nach rechts, dort wollten wir auch hin, durch einen aus der anderen Schleusenkammer kommenden Frachter verstellt war. Sie machten dann hinter der langsam laufenden Aura einen rennmäßig harten Bogen nach steuerbord, um uns jetzt rechts zu überholen.
Als die Aura das Kielwasser des beschleunigenden Frachters kreuzte und dadurch stark nach recht versetzt wurde, wurde der Platz zwischen uns und der Edelyacht enger.
Mächtiges Geschrei und Gerufe, gefolgt von reichlichem Chaos setzte auf der anderen Yacht ein.
Brüllendes Lachen jedoch auf der Aura...   =8-)

Wir liefen weiter, um schließlich in Innenstadtnähe beim ASV Kiel festzumachen, damit Steyler per Taxi und Bahn den Heimweg antreten konnte.

So sitzt der Verfasser dieser Zeilen jetzt im Zug und verabschiedet sich hiermit von der Aura und der restlichen Crew.

War 'ne klasse Reise mit der Aura, Danke und tschüß!  *schnüff*

Gruß, Steyler