Der Fehler war, auszurechnen, dass wenn man die Etmale der vergangenen Tage hält, am Samstagabend auf Tobago ist. Eine Stunde nach der Freude über "wir sind ja gleich da" dreht der Wind auf SSE und lässt langsam nach. Außerdem zieht eine halbdurchlässige Höhenwolkenschicht heran, die das Laden der Solarzellen ausbremst. Zum Abendbrot fangen wir noch einen kleinen (83cm) Wahoo, sehr lecker.
Zum Sonnenuntergang starten wir den Motor zum Batterieladen und verkrümeln uns unter Deck - es fängt nämlich an zu regnen. Nach einer Weile reicht der nachlassende Wind nicht mehr aus, das Boot unter Motorfahrt per Windpilot zu steuern und ich muss, mit Badehose und Schwimmweste bekleidet, draußen nach dem Rechten sehen.
Nun ja, sehen ist relativ. Es ist stockdunkel und immer wenn man denkt, "nun regnets aber ganz schön doll", fängt es an, richtig zu regnen. Nach 15 Minuten ist ein tropischer Regenguss im Gange, wie ich ihn so noch nicht erlebt habe. Die Cockpitentwässerung hat ihre Mühe, die Wassermengen nach draußen zu befördern, übers Deck laufen zentimeterhohe Bäche an Trinkwasser, jegliches Salz ist schon aus den Leinen und Segeln ausgewaschen. Unter Deck wirds sofort stickig (alle Luken sind zu), hier draußen kann man die feinste Dusche mitten auf dem Atlantik genißen.
Das ganze geht in der Stärke über eine Stunde weiter, es müssen hunderte Liter Regen allein über unserem Boot ausgeschüttet worden sein. Noch töpfelt es ein wenig, es sind aber schon hin und wieder ein paar Sterne zu sehen, mal schauen, was das Wetter morgen bringt.
