Mittwoch, 14. August 2013

Dänische Südsee

Am verhangenen Samstag nachmitag ist die Ostseecrew angereist: Paul und Ath (mal wieder;-) wollen zusammen mit Nous die Aura bis nach Usedom begleiten.
Die Wettervorhersage stimmt froh: Gute 15-20kt Schiebewind, das sind optimale Bedingungen. Allerdings hat der wochenlang währende Sommer eine Pause eingelegt - als wir in Kiel ankommen ist es verhältnismäßig kühl und Regenschauer gibt es auch. Trotzdem werfen wir am Abend gut gelaunt die Leinen los und passieren den Leuchtturm Kiel bei Sonnenuntergang.
Die Wachen teilen sich Nous und ich, bei Paul macht sich mit zuhnemenden Wellengang die Seekrankheit bemerkbar. Um kurz nach sieben erreichen wir Gedser.
Der Yachthafen ist gut gefüllt und prakisch ungeschützt gegen den westlichen Wind. Die dort liegenden Boote (bzw. deren Wanten) machen vor allem eines: Krach. Als der Wind am nachmittag auf 25kt zulegt, hört es sich auf den Stegen an, als wäre ein mittlerer Orkan über uns hereingebrochen. Mehrfache Kontrolle bestätig aber, dass es sich "nur" um sechs Windstärken handelt. Das heulen und pfeifen zusammen mit dem Geschaukel der letzten Nacht führen aber leider dazu, dass unser Paul den weiteren Weg über die Ostsee mit einem weniger wackeligen Schiff fortsetzen möchte - er steigt am Montagmorgen auf die Fähre nach Warnemünde währen wir fast zeitgleich zur letzten größeren Überfahrt nach Sassnitz ablegen.
Die Fahrt wird nochmal ein würdiger Abschluss der Reise: Ordenlich Wind und Wellen von hinten, ausgebaumte Genua, kein Regen, beeindruckende Wolken und fast 7kt Durchschnittsgeschwindikeit. Wenn nicht ständig irgendein Schiff oder ein Windpark im Weg sein würde, käme fast ein bisschen Atlantik-Feeling auf.
In Sassnitz haben wir dann zufällig die Eltern von Nous getroffen, sie waren gerade auf dem Weg nach Borholm. Noch am Abend unserer Ankuft haben sie die Aura besichtigt.
Gestern haben wir uns dann von Sassnitz nach Kröslin verholt. Währen der Einfahrt in den Greifswalder Bodden gab's nochmal kurz 40kt Wind und Regen von vorn. In den kurzen, steilen Wellen hatte der Motor ordentlich zu tun, dass Boot in Fahrt zu halten. Nach einer halben Stunde war die Böe dann durch und wir erfolgreich im Fahrwasser nach Usedom.
Hier in Kröslin wird die Aura einen Monat bleiben bis es dann im September nach Berlin weitergeht.

Viele Grüße,
Nous und Ath.

Der Windpark Baltic-2 vor dem Darser Ort