Dienstag, 23. Juli 2013

Die Herausforderungen...

... der letzten Tage waren eher technischer Art.

Man glaubt es kaum, welch Ärger ein bisschen fehlendes Fett bereiten kann.
Die Motorwelle der Aura muss eine französische sein, sie leckt...
Nach ein paar Seemeilen unter Motor muss die Wellendichtung mit etwas Schmierfett versehen werden, damit im Stillstand kein Wasser eindringt. Zu diesem Zwecke ist eine manuelle Fettpresse eingebaut, mit deren Hilfe man durch ein paar Umdrehungen an einer Knebelschraube die benötigte Schlatze ((c) Leo) in die Dichtung drückt. Ganz einfach.
Nur irgendwann ertönt der Ruf von unten: "Fett is alle!" Und das Wasser rinnt.
Steyler versucht, den Mechanismus zu zerlegen und nach einer halben Stunde Würgerei im kleinen Schapp hinter der Navi-Ecke rinnt auch bei ihm mächtig das Wasser. Aber der Deckel ist schon mal lose.
Nous bewaffnet sich mit Stirnlampe und taucht ab. Endlich gelingt es ihm, den Kolben der Presse zu ziehen: Flupp. Klatsch!
Graugrünes Marinefett ist auch im frischen Zustand nicht besonders lecker. Das neue Fett muss jetzt mit dem Küchenmesser aus der Dose gekratzt und in die Schmierpresse befördert werden. Nachdem dies gelungen ist, wird der Mechanismus wieder zusammengebaut, das Lager geschmiert und die Kollateralschäden beseitigt.
Welch Glück, dass Nous schon vorher geduscht hat.   ;-)

So konnte heute der nicht allzu lange Weg nach Zeebrugge in Angriff genommen werden.
Da wir uns inzwischen mit den Tiden, den Un-Tiefen und dem Strom auskennen, konnten wir den Tag mit einem entspannten Zeitplan beginnen. ("Lass mal auf Flut warten...")
Außerdem ist der Weg von Oostende nach Zeebrugge nicht weit, wir hätten ihn auch mit der Kusttram erledigen können, die nehmen aber keine Boote mit.

Direkt in der Hafeneinfahrt von Zeebrugge sorgte dann Leo (genauer: CMA CGM LEO) nochmal ein wenig für unruhiges Fahrwasser. Als wir uns jedoch im großen Hafen von Zeebrugge zurecht gefunden hatten und die anderen großen Schiffe aus dem Weg waren, konnten wir den feinen Liegeplatz im Royal Belgian Sailing Club ansteuern. Hier ist eben vieles königlich.

Zeebrugge selbst ist mehr ein wenig verschlafen, eben der Hafen von Brügge mit ein paar Häusern drumherum.

Apropos verschlafen...

Grüße von der Aura
Nous & Steyler

Belgien erreicht


Nous konnte heute wieder eine neue Gastlandsflagge unter der Steuerbordsaling setzen: Belgien.

Wir haben heute unter Motor fahrend Oostende, die "Königin der Seebäder", erreicht und unser Plätzchen beim Royal Yachtclub Oostende gefunden.

Die Strandpromenade von Oostende ist so breit, dass sie einem mittleren Flughafen als Start- und Landebahn dienen könnte, aber vieeel länger. Von einem Ende konnten wir das andere Ende nicht erfassen, da es nach vielen Kilometern im Dunst verschwand (von Land aus!). Eine unglaubliche Anzahl von Touristen flaniert dort. Natürlich nicht alles Belgier, sonst wäre Restbelgien leer und die Promenade noch nicht mal halb so belebt. Uns fielen unheimlich viele sonnenbrandverwöhnte, eigentlich hellhäutige Menschen auf. Klar, ist Montag, freitags ist Schichtwechsel.  =8-)

Nach unserem Abendessen, der lokalen Fastfoodspezialität Frikandel & Frietes, sind wir auf die Aura zurückgekehrt und schauen der "Kusttram", einer 68 km langen Überlandstraßenbahn auf der einen Seite des Liegeplatzes zu und lauschen einem riesigen Saugbaggerschiff auf der anderen Seite, das für uns Seefahrer die Fahrrinne mit Getöse freihält. Wenn die Arbeiten, die einen anständigen Unterwasserschall von polternden Steinen aussenden, anhalten, wird das eine "lauschige" Nacht.

Mövenfüttern übrigens wird hier in Oostende aus gutem Grund mit 250 Euro Bußgeld belegt.

Die derzeitige Aura-Crew

P. S.: Vielen Dank für die Grüße vom Hüttenmontagabend, die uns heute über Leo erreicht haben.