... der letzten Tage waren eher technischer Art.
Man glaubt es kaum, welch Ärger ein bisschen fehlendes Fett bereiten kann.
Die Motorwelle der Aura muss eine französische sein, sie leckt...
Nach ein paar Seemeilen unter Motor muss die Wellendichtung mit etwas Schmierfett versehen werden, damit im Stillstand kein Wasser eindringt. Zu diesem Zwecke ist eine manuelle Fettpresse eingebaut, mit deren Hilfe man durch ein paar Umdrehungen an einer Knebelschraube die benötigte Schlatze ((c) Leo) in die Dichtung drückt. Ganz einfach.
Nur irgendwann ertönt der Ruf von unten: "Fett is alle!" Und das Wasser rinnt.
Steyler versucht, den Mechanismus zu zerlegen und nach einer halben Stunde Würgerei im kleinen Schapp hinter der Navi-Ecke rinnt auch bei ihm mächtig das Wasser. Aber der Deckel ist schon mal lose.
Nous bewaffnet sich mit Stirnlampe und taucht ab. Endlich gelingt es ihm, den Kolben der Presse zu ziehen: Flupp. Klatsch!
Graugrünes Marinefett ist auch im frischen Zustand nicht besonders lecker. Das neue Fett muss jetzt mit dem Küchenmesser aus der Dose gekratzt und in die Schmierpresse befördert werden. Nachdem dies gelungen ist, wird der Mechanismus wieder zusammengebaut, das Lager geschmiert und die Kollateralschäden beseitigt.
Welch Glück, dass Nous schon vorher geduscht hat. ;-)
So konnte heute der nicht allzu lange Weg nach Zeebrugge in Angriff genommen werden.
Da wir uns inzwischen mit den Tiden, den Un-Tiefen und dem Strom auskennen, konnten wir den Tag mit einem entspannten Zeitplan beginnen. ("Lass mal auf Flut warten...")
Außerdem ist der Weg von Oostende nach Zeebrugge nicht weit, wir hätten ihn auch mit der Kusttram erledigen können, die nehmen aber keine Boote mit.
Direkt in der Hafeneinfahrt von Zeebrugge sorgte dann Leo (genauer: CMA CGM LEO) nochmal ein wenig für unruhiges Fahrwasser. Als wir uns jedoch im großen Hafen von Zeebrugge zurecht gefunden hatten und die anderen großen Schiffe aus dem Weg waren, konnten wir den feinen Liegeplatz im Royal Belgian Sailing Club ansteuern. Hier ist eben vieles königlich.
Zeebrugge selbst ist mehr ein wenig verschlafen, eben der Hafen von Brügge mit ein paar Häusern drumherum.
Apropos verschlafen...
Grüße von der Aura
Nous & Steyler

