Mittwoch, 31. Juli 2013
Die Aura ist in Deutschland
Bis zur Pichelhuette in Berlin sind es jetzt noch 252 Seemeilen. Oder besser gesagt knapp 470 km, da es sich um die Luftlinie handelt. Wie viele Seemeilen es bis zum erreichen des Heimathafens wirklich werden wird sich ergeben.
Gruesse Steyler ubd Nous
Dienstag, 30. Juli 2013
Auf nach Cuxhafen
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| An der Tankpier |
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| Beim verlassen des Hafens |
Die allzeit gut informierte Telemetrieabteilung.
Montag, 29. Juli 2013
Terschelling
Wir haben beschlossen, noch eine Nacht auf Terschelling zu bleiben um die Aus- und Einblicke zu genießen, sowie Kräfte für den nächsten langen Schlag zu sammeln.
Heute wieder Hafenkino für uns...
Der Hafenmeister hilft den dicken Segelbooten - die meisten sind kaum so lang wie die Aura, aber doppelt so breit - mit seinem als Schlauchboot getarnten Hafenschlepper beim Einparken, obwohl fast alle mit Bug- und Heckstrahlruder ausgerüstet sind.
Warum haben wir ihn gestern erst so spät getroffen?
Übrigens ist beim Lästern eine Beschreibung "Guck' mal, da auf dem holländischen Boot..." gelinde gesagt unnütz, wir gehören hier zu den wenigen Exoten, die es gewagt haben, durchs Watt auf die Insel zu kommen.
Beim heutigen Inselrundgang traf uns ein Anruf aus Berlin: "Macht mal ein bißchen schneller, das Schiff läuft voll." Welch Glück, eine funktionierende Telemetrieabteilung am Heimatstützpunkt zu haben!
Wir hatten aber nur vergessen, nach dem morgendlichen Umparken mit Maschinenhilfe, die Wellendichtung zu schmieren.
Das Umparken war notwendig geworden und mit gewisser Eile verbunden, nachdem der zuvor recht freundliche holländische Nachbar etwa fünf Sekunden nach seiner Ankündigung auslaufen zu wollen, seine Maschine anwarf, fünf Sekunden später alle Leinenverbindungen des ganzen Päckchens kappte und mit Volldampf den Hafen verließ.
Er hätte den halben Vormittag Zeit gehabt, um sein Vorhaben anzukündigen.
Na warte, wir sehen uns in irgendeinem Hafen wieder... ,:-[
Zum Abendessen gibt's Fisch, den wir frisch "gefangen" haben.
Euch wünschen wir einen schönen warmen Montagabend in der Pichelhütte -ähh - Wassersportheim an der Scharfen Lanke (Finanzamt liest mit),
Grüße von der Aura.
Sonntag, 28. Juli 2013
Nach Terschelling durch die Nacht
In Den Haag haben wir gestern nachmittag abgelegt, da für die Nacht Wind aus günstiger Richtung vorhergesagt war.
Zunächst Flaute, das hieß, unter Motor zu reisen...
Wir sind dank der Tide dennoch sehr gut und schnell vorangekommen, sodass wir vor dem Wattenmeer in der Nacht noch Fahrt wegnehmen mussten, weil man ohne Ortskenntnisse nur bei Tag den Sinn der hundert Tonnen erkennen kann.
Dann kam kurz vorm Wattenmeer Wind auf, zwar aus der richtigen Richtung, aber anfangs 6 Bft, Böen 7, später 7 Bft, Böen 8...
Daher immer noch unter Maschine Slalomkurs durchs Watt. Beim Slalomkurs ist hier aber zu bedenken, dass ein paar Meter hinter der Fahrwassertonne die Möven im Wasser stehen und grinsen.
Das letzte Stück vor Terschelling ist richtig eng und gewunden (kann man in Google Maps im Satellitenbild nachvollziehen) und es hat immer noch mächtig geweht. Als wir kurz vor der Einfahrt in die Enge von einer herauskommenden Fähre aufgehalten wurden, fing die Maschine an zu stottern, weil durch das heftige Geschaukel die Treibstoffversorgung im leerer werdenden Dieseltank nicht mehr sichergestellt war.
Ablaufen im Watt... und tanken aus 20-Liter-Kanistern...
Glücklicherweise hatten wir das ja schon mal geübt. Dennoch ist dem Tankwart Steyler die gelbe Brühe wieder überall hingelaufen... und Diesel brennt in den Augen. =8-0 Geruch zweirangig, echt!
Als wir alles wieder im Griff hatten, kam der Hafenlotse angebraust, um nachzusehen, ob alles OK ist - Daumen hoch und weiter.
Ein neuer Anlauf für die Enge hat dann funktioniert. Als wir dann mit bösem Rückenwind in den Hafen einliefen, wurden wir gewahr, dass gerade ein Event mit Holländischen Großholzschuhseglern - oder wie die heißen - läuft.
Hafen rammelvoll, das Satellitenbild trügt diesmal, muss im Winter aufgenommen sein.
Wenden mit der Aura bei derartigem Wind auf engem Raum war ein Kunststück, das Nous vollbringen musste. Als wir danach ratlos im Vorhafen auf und ab fuhren, kam glücklicherweise der Hafenmeister mit seinem Schlauchboot in strengem Galopp angeritten, weil er meinte, wir wollten die Hafengebühr prellen und gerade abhauen. Nach Aufklärung der Lage war er aber sehr freundlich, eskortierte uns zu einem Liegeplatz, den man auch vorwärts anlaufen konnte und räumte sogar quergespannte Leinenhindernisse aus dem Weg. Bremsen ging auch gerade noch...
Unterhaltungswert für die schon gestern bei Flaute Eingelaufenen - hoch.
Wirkliche Schäden - außer am Selbstbewußtsein und `ner Beule an Steylers Kopp - keine.
Jetzt reicht's, Mittach!... Heia machen...
Gruß Nous und Steyler
Freitag, 26. Juli 2013
Schevenigen / Den Haag
Heute war entspannte Motortuckerei angesagt. Kein Wind - Schleusenfahrt - enges Fahrwasser mit Untiefen - kein Wind - Queren der Hafeneinfahrt von Rotterdam unter Traffic-Control - sorgten dafür.
Im Yachthafen von Schevenigen / Den Haag herrscht drangvolle Enge, die nächsten, die noch reinkommen, müssen nicht mehr festmachen, sondern nur noch ihre Fender dazwischen zwängen.
Aus Feuerschutzgründen müssen alle mit dem Bug in Richtung Hafenausfahrt liegen. Rückwärts Einparken ist also gefragt.
Deshalb ist Hafenkino vom feinsten angesagt. Wir haben uns übrigens NICHT blamiert.
Es wird also "zuhause" gegegessen, Nous bereitet schon das Essen vor.
Gruß, Nous & Steyler
Donnerstag, 25. Juli 2013
Tonnendialog...
... in flachem holländischen Fahrwasser.
Nous unter Deck an der Karte, Steyler am Steuer mit Fernglas bewaffnet, beide sind sie auf der Suche nach Orientierung...
N.: Hast Du die Fahrwassertonne?
St. greift sich das Fernglas und sucht nochmal... Und endlich: Ja, da ist was!
N. von unten: Was denn für eine?
St.: Eine rot-weiße.
Stille in der Navi-Ecke.
St.: Eine Ansteuerungstonne!
N.: Hähh? Was? Kann nicht sein.
Diesmal die Pause oben...
St.: Moment mal, die hat ein Toppzeichen.
N.: Kannste das erkennen?
St. peilt wieder: Sieht aus wie ein Kreuz.
N.: Nee, die mit dem Kreuz sind gelb!
St.: Ist ja auch kein diagonales Kreuz, sondern, ähhh, eher wie ein eisernes Kreuz.
Wieder verwunderte Stille unten.
Doch fünf Minuten allgemeine Verwirrung später, St. von oben:
Ich hab's, das ist Deine rote Fahrwassertonne. Aber die ist von oben total vollgeschissen...
Und obendrauf sitzt ein Kormoran und trocknet...
Glücklicherweise passt der Kurs noch immer.
Grüße von der Aura, Nous & Steyler
Mittwoch, 24. Juli 2013
Noch Fragen? (*)
Grüße von der Aura
(*)
Bei Fragen, Hinweisen, Beschimpfungen etc. bitte den Kommentarbutton unter diesem Artikel drücken...
Es werden übrigens noch Mitsegler gesucht.
Dienstag, 23. Juli 2013
Die Herausforderungen...
... der letzten Tage waren eher technischer Art.
Man glaubt es kaum, welch Ärger ein bisschen fehlendes Fett bereiten kann.
Die Motorwelle der Aura muss eine französische sein, sie leckt...
Nach ein paar Seemeilen unter Motor muss die Wellendichtung mit etwas Schmierfett versehen werden, damit im Stillstand kein Wasser eindringt. Zu diesem Zwecke ist eine manuelle Fettpresse eingebaut, mit deren Hilfe man durch ein paar Umdrehungen an einer Knebelschraube die benötigte Schlatze ((c) Leo) in die Dichtung drückt. Ganz einfach.
Nur irgendwann ertönt der Ruf von unten: "Fett is alle!" Und das Wasser rinnt.
Steyler versucht, den Mechanismus zu zerlegen und nach einer halben Stunde Würgerei im kleinen Schapp hinter der Navi-Ecke rinnt auch bei ihm mächtig das Wasser. Aber der Deckel ist schon mal lose.
Nous bewaffnet sich mit Stirnlampe und taucht ab. Endlich gelingt es ihm, den Kolben der Presse zu ziehen: Flupp. Klatsch!
Graugrünes Marinefett ist auch im frischen Zustand nicht besonders lecker. Das neue Fett muss jetzt mit dem Küchenmesser aus der Dose gekratzt und in die Schmierpresse befördert werden. Nachdem dies gelungen ist, wird der Mechanismus wieder zusammengebaut, das Lager geschmiert und die Kollateralschäden beseitigt.
Welch Glück, dass Nous schon vorher geduscht hat. ;-)
So konnte heute der nicht allzu lange Weg nach Zeebrugge in Angriff genommen werden.
Da wir uns inzwischen mit den Tiden, den Un-Tiefen und dem Strom auskennen, konnten wir den Tag mit einem entspannten Zeitplan beginnen. ("Lass mal auf Flut warten...")
Außerdem ist der Weg von Oostende nach Zeebrugge nicht weit, wir hätten ihn auch mit der Kusttram erledigen können, die nehmen aber keine Boote mit.
Direkt in der Hafeneinfahrt von Zeebrugge sorgte dann Leo (genauer: CMA CGM LEO) nochmal ein wenig für unruhiges Fahrwasser. Als wir uns jedoch im großen Hafen von Zeebrugge zurecht gefunden hatten und die anderen großen Schiffe aus dem Weg waren, konnten wir den feinen Liegeplatz im Royal Belgian Sailing Club ansteuern. Hier ist eben vieles königlich.
Zeebrugge selbst ist mehr ein wenig verschlafen, eben der Hafen von Brügge mit ein paar Häusern drumherum.
Apropos verschlafen...
Grüße von der Aura
Nous & Steyler
Belgien erreicht
Nous konnte heute wieder eine neue Gastlandsflagge unter der Steuerbordsaling setzen: Belgien.
Wir haben heute unter Motor fahrend Oostende, die "Königin der Seebäder", erreicht und unser Plätzchen beim Royal Yachtclub Oostende gefunden.
Die Strandpromenade von Oostende ist so breit, dass sie einem mittleren Flughafen als Start- und Landebahn dienen könnte, aber vieeel länger. Von einem Ende konnten wir das andere Ende nicht erfassen, da es nach vielen Kilometern im Dunst verschwand (von Land aus!). Eine unglaubliche Anzahl von Touristen flaniert dort. Natürlich nicht alles Belgier, sonst wäre Restbelgien leer und die Promenade noch nicht mal halb so belebt. Uns fielen unheimlich viele sonnenbrandverwöhnte, eigentlich hellhäutige Menschen auf. Klar, ist Montag, freitags ist Schichtwechsel. =8-)
Nach unserem Abendessen, der lokalen Fastfoodspezialität Frikandel & Frietes, sind wir auf die Aura zurückgekehrt und schauen der "Kusttram", einer 68 km langen Überlandstraßenbahn auf der einen Seite des Liegeplatzes zu und lauschen einem riesigen Saugbaggerschiff auf der anderen Seite, das für uns Seefahrer die Fahrrinne mit Getöse freihält. Wenn die Arbeiten, die einen anständigen Unterwasserschall von polternden Steinen aussenden, anhalten, wird das eine "lauschige" Nacht.
Mövenfüttern übrigens wird hier in Oostende aus gutem Grund mit 250 Euro Bußgeld belegt.
Die derzeitige Aura-Crew
P. S.: Vielen Dank für die Grüße vom Hüttenmontagabend, die uns heute über Leo erreicht haben.
Sonntag, 21. Juli 2013
Nebel vor Calais
Weil der Wind heute ein wenig gedreht hat, haben wir am Morgen abgelegt und konnten uns nach dem Verlassen des Hafens darüber freuen, endlich wieder in die richtige Richtung segeln zu können.
Bei Wind von 3-4 Bft war ein Kurs Richtung Calais möglich, unterbrochen nur von wenigen Holeschlägen.
Nach kurzer Zeit wurde es diesig. Dann neblig. In der Nähe von Calais betrug die Sichtweite maximal eine halbe Seemeile. Bei dem zu erwartenden Schiffsverkehr zwischen Calais und dem britischen Dover eine spannende Sache. Die britische Küstenwache meldete über Kanal 16: "Occational Fog in the British Channel." Ach, was...
Dann meldete sich das AIS. Piep-piep, piep-piep, piep-piep...
Passagierschiff, 250 m Länge, größte Annäherung in 18 Minuten, kürzeste Entfernung 0,0 SM.
Wir würden es also sehen...
Tuuuuut! :-(
Annäherung am AIS durch ständige kleine Kursänderungen nicht zu bestimmen. Ausweichkurs unklar.
Tuuuuut!
Jetzt konnten wir es riechen.
TUUUUUT!
Das Horn wurde lauter.
Jetzt konnten wir es sehen.
Direkt von vorn! Groß. Sehr Groß.
Glücklicherweise war ein Anluven noch möglich und so schob der Dampfer etwa 300 Meter von uns entfernt vorbei.
Puuh! Glück gehabt.
Piep-piep, piep-piep, piep-piep...
:-(
Nach der "Bearbeitung" des fünften Alarms - und wir haben sie ALLE gesehen - hatten wir die Hauptfahrrinne zwischen Calais und Dover durchquert.
Fünf Minuten später lichtete sich der Nebel und die Sonne kam heraus.
Den weiteren Tag haben wir mit schöner Segelei auf einem Schlag nach Dunkerque verbracht und dort (hier also) kurz nach acht festgemacht.
Gruß, Nous und Steyler
Samstag, 20. Juli 2013
Ein ewiges Auf und Ab...
...ist es in den Tidenhäfen der Region.
Hier in Boulogne-sur-Mer sind es zur Zeit etwa sieben Meter, die der Meeresspiegel steigt und sinkt.
Das erlaubt bei Niedrigwasser einen durchaus beeindruckenden Blick auf die hölzerne Unterkonstruktion, die einen Großteil der Hafenanlagen trägt. Die Piers gegenüber, aber auch das Clubhaus des Seglervereins ruhen auf diesen Stützen.
Glücklicherweise ist die Steganlage selbst in Form eines Schwimmstegs ausgelegt, was ruhiges Festliegen - bis auf das natürlich unmerkliche Auf und Ab - garantiert. Selbst die WiFi-Antenne schwimmt mit und erlaubt, da sie direkt vor dem Bug der Aura montiert ist, ungehinderte elektronische Kommunikation.
Nur der Weg in den Yachtclub ist etwas mühselig...
Freitag, 19. Juli 2013
Bienvenue chez les Ch’tis! Häääeh!!
Im Lande der Ch'tis wird die picardische Sprache gepflegt, wie in dem bisher erfolgreichsten französischen Film beschrieben.
Die Menschen sind sehr freundlich, eine "vornehme Gegend" ist der Landstrich allerdings nicht...
Boulogne-Sur-Mer
Vorgestern, Mittwoch gegen Mittag, haben wir in Le Havre abgelegt.
Nach zunächst freundlicher Segelei mit Sonntagnachmittag-Wannseewind - allerdings immer noch aus der falschen Richtung - flaute es ab, so dass wir unter Motor in Richtung Nordosten gefahren sind.
Auch in der Nacht war bei wieder zunehmendem Wind (Aus welcher Richtung? Der falschen!...) Motorbetrieb angesagt. Der Tor-O-Mat (automatische Kompasskurssteuerung) steuerte in der ihm eigenen Weise den Generalkurs.
Wegen des Verkehrstrennungsgebietes (Autobahn für dicke Schiffe), das einen großen Teil der Kanalbreite einnimmt waren wir gezwungen, in die Inshore Traffic Zone (Tummelplatz für Behinderte, z. B. Schleppzüge mit mehreren hundert Metern Länge) auszuweichen.
Um Treibstoff zu sparen - wir waren nicht sicher, ob der Diesel reichen würde - haben wir dann wieder Kreuzkurs gegen den Wind eingelegt, bis der Wellengang ein Nachtanken aus großen Kanistern erlaubte. Nun waren die Segelklamotten nicht nur nass, sondern rochen auch sehr apart.
Eigentlich immer noch...
Geruchsblog ist noch nicht erfunden, würde Euch aber den klassischen Seglermief ins Wohnzimmer bringen....
;-)
Kurz nach dem Dunkelwerden erreichten wir dann Boulogne-Sur-Mer, wo wir uns in dem verwirrend beleuchteten Hafen mit unserem Mercedes unter den Yachten in einen Parkplatz für Kleinwagen pressen konnten.
Nun ist Zwölfe vorbei und Nous steht in der Küche und richtet ein Nachtmahl.
Grüße von der Aura,
Nous und Steyler
Dienstag, 16. Juli 2013
Au revoir Le Havre!
Nachdem sich das gute Wetter immer noch nicht bessert, d. h. das Hochdruckgebiet mit östlichen Winden immer noch bestimmend ist, haben wir beschlossen, eine kleinen Winddreher nach Süd, der für morgen vormittag angesagt ist, auszunutzen und uns auf den Weg zu machen.
Wir werden versuchen, uns die französische und belgische Kanalküste nach Nordosten hochzuhangeln.
Heute haben wir auch Routenplanung betrieben, wobei hier zwar die Tidenverhältnisse kalkulierbar sind, der Einfluss auf längere Sicht aber eher akademisch ist. Das Wasser schwappt halt alle sechs Stunden hin und her...
Immerhin regnet es nicht.
Wir werden morgen wohl so gegen 10:00 Uhr unseren Liegeplatz verlassen und ein letztes Mal der Hafenmole mit dem International Port Traffic Signals System (vulgo: Hafenampel) zuwinken, deren Bild uns immer an ein Atomkraftwerk russischer Herkunft erinnert hat. ;-)
Bis denne,
Nous und Steyler
Montag, 15. Juli 2013
Nationalfeiertag
Gestern morgen, am französischen Nationalfeiertag, haben wir Lukas/Sky nach Hause verabschiedet. Wie wir soeben erfuhren, ist er auch wohlbehalten dort angekommen.
Mit Straßenbahn, Eisenbahn und Flugzeug auf der Route Le Havre - Paris - Amsterdam - Riga - Bergen hat er die Freuden des europäischen Reiseverkehrs genossen.
Wir hingegen haben uns der örtlichen Bevölkerung angeschlossen und haben den Feiertag am Strand verbracht.
In einer der vielen Strandbars, die wir kürzlich entdeckten, haben wir ein Piratenmahl eingenommen, denn das Motto lautete "Piratenparty". Die Bediensteten waren als Piraten und -bräute verkleidet und verbreiteten karibisch gute Stimmung. Das Foto mag dies untermalen. =8-)
Auch das den Abend krönende Nationalfeiertagsfeuerwerk haben wir natürlich nicht verpasst.
Das Wetter ist immer noch sommerlich schön und warm, nur günstige Winde lassen zur Zeit auf sich warten.
Daher Grüße immer noch aus Le Havre,
Nous & Steyler
Samstag, 13. Juli 2013
Seglerfrühstück
In unser hervorragendes Frühstück heute an Deck - Nous hatte schon früh für ortsübliches Baguette gesorgt - platzte ein deutscher Segler, der einen Liegeplatz suchte.
Mit lauter Stimme rief er schon von weitem: "Ihr müsst mir helfen, ich hab' keine Beine."
Seine Leistung bewundernd sprangen wir natürlich sofort auf den Steg, um zu helfen. Nachdem das Anlegemanöver unter seinen lauten Flüchen auf das Segelrevier, das flache Wasser bei Ebbe und den Hafen überhaupt, glücklich zu Ende gebracht war, mussten wir leider feststellen, dass der keinbeinige Einhandsegler ein Misanthrop erster Kajüte ist. Außer weiteren Flüchen und Maßregelungen hatte er leider nicht ein Wort des Dankes übrig.
Wir beschlossen, unseren ausgedehnten Stadtspaziergang ganz schnell zu beginnen...
Wir sind wieder im Osten.
Auf dem Weg nach Le Havre haben wir kurz vor der Hafeneinfahrt den Nullmeridian überschritten. Die momentane Positionsbestimmung lautet:
49° 29,317' N
000° 5,629' O
Wir sind also seit etwas über fünf Minuten im Osten. ;-)
Das obenstehende Foto hat aber nichts mit der Überschrift des Eintrags zu tun. Es zeigt ein Beispiel der Architektur in der Innenstadt.
Nachdem große Teile der Stadt durch Kriegseinwirkung zerstört waren, vollführte ein Team von Architekten unter Leitung von Auguste Perret den Wiederaufbau in damals moderner Betonarchitektur. Gruppiert um die von allen Seiten - besonders aber bei der Einfahrt in den Hafen - gut sichtbare Église St. Josef, stellt dieses Ensemble von Bauten ein einzigartiges Beispiel der Baukunst des 20. Jahrhunderts dar und wurde im Jahre 2005 zum Weltkulturerbe bestimmt. (Nicht aus Wikipedia kopiert!)
Der abendliche Stadtrundgang hat gezeigt, dass diese Architektur durchaus angemessen beeindruckend ist.
Donnerstag, 11. Juli 2013
Was treiben die denn da?...
Naja, treiben ist schon irgendwie richtig. Wir sind hier in Tidengewaessern unterwegs, die teilweise einen recht grossen Tidenhub
aufweisen (Mont St. Michel z.B. ist nicht weit) und damit ist gegen den Ostwind UND Strom von teilweise ueber 5 Knoten anzusegeln. Durch das anhaltend schoene Wetter eine tolle Segelei, die aber leider nix bringt.
Beim Kreuzen zwischen England und Frankreich konnte aber durch Nous´ geschickte Kurswahl ein mehrfacher Wechsel der Gastlandsflagge vor den zu England gehoerenden, aber vor Frankreich liegenden Kanalinseln, vermieden werden. Nous nannte das "diplomatisches Segeln".
Sorge bereitet nur die an Bord der Aura befindliche franzoesische Flagge, die nur Taschentuchgroesse hat. Wir befuerchten, im naechsten franzoesischen Hafen fuer diese Dreistigkeit von den Frosc... - aehhh - Franzosen verhauen zu werden. ;-)
Da wir in den letzten zwei Tagen mehrfach die Hauptfahrrinne des Englischen Kanals mit ihrem doch erheblichen Schiffsverkehr kreuzen mussten, bekamen wir mehrfach die Gelegenheit, dicke Containerfrachter groesser 250 Meter Laenge zur Kursaenderung zu zwingen. Wir haben die Gelegenheit genutzt! Segler eben. =8-)
Wir hoffen nun, dass die Tide uns nach Le Havre in die Mündung der Seine schwappt. Bis nach Paris wird´s aber wahrscheinlich nicht reichen.
Steyler fuer die Crew der Aura
Dienstag, 9. Juli 2013
The English Channel
In der letzten Nacht haben wir - wegen des schwaechlichen Windes unter Motor - die Isles of Scilly passiert und sind in den Englischen Kanal gelaufen. Naja, KiKa ist das wegen des doch stärker werdenden Schiffsverkehrs nicht.
Jetzt kann aber wieder gesegelt werden, da der Wind zugenommen hat.
Leider weht es aus ost. Der Kurs spielt sich jetzt zwischen Cheddar und Baguette ab. Amwindkurs und Wellen lassen alle Taetigkeiten wieder mal drei- bis vierfach so lange dauern, wie gewohnt. Der Blogschreiber kaempft somit unter Deck sitzend mit Klapprechner, Geschaukel und seinen Reflexen...
Gruss von der Aura, Sky, Nous und
Steyler
Sonntag, 7. Juli 2013
Letzter Abend in Crosshaven
Heute ist Lukas/Sky mit dem Bus aus Norwegen angekommen... erst Air-, dann Überlandbus. Das Team zur Weiterreise ist somit komplett.
Morgen, Sonntag, kann also der Weg nach Deutschland fortgesetzt werden, sofern wir uns von den Unmengen von Austern erholen, die wir zum Abendessen vertilgen mussten.
Sky, Nous & Steyler
Freitag, 5. Juli 2013
Es geht wieder los.
Nachdem Uwe/Nous nach mittlerweile fünf Wochen Aufenthalt hier in Irland bald eingebürgert wird und abends im Pub von der Hälfte der örtlichen Einwohner mit Handschlag begrüßt wird, soll nun doch die Reise gen Heimat weitergehen.
Bereits eingeflogen ist Matthias/Steyler aus Berlin, am morgigen Samstag folgt Lukas/Sky aus Bergen.
Ab Sonntag wird die nächste Etappe durch den englischen Kanal in Angriff genommen.
Grüße aus Crosshaven an die daheim gebliebenen!
=8-)
Nous & Steyler













