Sonntag, 24. Februar 2013

Mittwoch, 20. Februar 2013

Tobago mittendrin


Hallo ihr Lieben,
eigentlich hätte ich noch so viele Ergänzungen zu Leos Geschichten, zum Beispiel wie drei Typen mit einem roten Sack mit ihrem Dinghi an einem Strand landen und wieder ablegen, die Geschichte von mir und meiner ersten Dinghifahrt und dem Fehlen von Benzin, oder einer ganz „relax“-ten Taxifahrt, aber ich werde einmal von heute schreiben und euch so auf dem Laufenden halten.
Der Tag begann mit Regen, dann Sonne und einem leckeren Früstück an Deck. Da unsere Nachbarn aus Hawai unser Besorgtsein um einen festsitzenden Anker nicht teilen und auch so nicht den Aufwand eines Heckankers, oder zu mindest eines festen Bugankers auf sich nehmen,wurde unsere Tagesplanung um 2 Stunden nach hinten verschoben. Das Boot berührte beim Schwojen mit dem Heck unseren Bugkorb. Ohne das wir etwas dagegen machen konnten wehrte sich die Aura hebelte den am Heck befindlichen Außenborder des gegnerischen  Bootes aus und versenkte ihn auf den Boden des Hafenbeckens. Das Rot unserer Buglaterne wurde etwas rampuniert, aber letztendlich ein klares 1:0 für die Aura. Wir warteten, unter laufendem Motor zur Energiegewinnung, auf die Rückkehr der Besitzer, verholten uns dann aber angesichts der Zeit 5 Meter nach hinten und hinterliesen einen Zettel.
Also alle einsteigen und ab in den wirren Verkehr von Tobago mit dem Ziel ein wenig die Küstenstraßen entlang zu fahren, aber hauptsächlich die Straßen durch die Berge. Unser erster Halt war der GreenhillWaterfall, den wir nach ein paar kleinen Umwegen sofort fanden. Wir kletterten fröhlich über Stock und Stein, sahen Vögel, Fische und Eidechsen und genossen die Abgeschiedenheit und Ruhe. Die weiterführenden Straßen entpuppten sich als interessante Passstraßen, eng windend und manchmal nicht mehr als eine Schotterpiste. Wir fuhren weiter ins Landesinnere und ins gefühlte Herz des Regenwaldes. Der Bewuchs wurde noch üppiger und alles erstrahlte in einem satten Grün. Wir hielten an einem unscheinbaren Rasenplatz am Straßenrand von dem aber ein Weg weiterzuführen schien. Nach einer kurzen Erkundung von Leo entschlossen wir uns dem Weg zu folgen. Eine gute Entscheidung. Zwar kamen wir nirgenswo an, denn der Weg hörte irgendwann auf, oder war zumindestens unbegehbar, aber ganz nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“ hatten wir eine wunderbare einstündige Urwaldwanderung. Viele verschiedene Pflanzen mit großen und kleinen Blättern und Blüten säumten den Weg, eingebettet in eine Geräuschkulisse erzeugt von Vögeln, Blätterrauschen und fernem Wasserfall. Ja, es war sehr schön und wir kamen etwas geschwitzt aber sehr erholt aus dem Wald zurück zum Auto. Das Tobago Rich Rainforrest Reserve hielt noch weitere Wanderwege bereit, aber da die Zeit schon zu weit vorangeschritten war ließen wir sie unbegangen. Der Rückweg zur Aura führte weiter über schlängelnde Straßen und viel Trubel und heiteres Treiben am Straßenrand. Nachdem wir auf der Aura verschnauft hatten und ein kühles Carib genossen, ging es zum Essen zurück in die Stadt. Der angepeilte Italiener, der uns am ersten Abend schon gute Dienste geleistet hatte, hatte leider zu und wir mussten umdispunieren. Wir waren ja eigentlich auf der Suche nach einem typischen Landesgericht und als wir zum dritten Mal Chicken Chicken Chicken als Möglichkeit angeboten bekommen hatten und unsere eigenen Erkundungsversuche erfolglos blieben, entschieden wir uns für einen Burgerimbiss am Straßenrand. Der Burger war lecker und es gab herlichstes Straßenkino kostenlos dazu. Und als wir da so saßen und die Leute beobachteten, dämmerte uns, dass wir doch Erfolg hatten, denn Pommes mit Burger, oder Pommes mit CHICKEN ist durchaus ein Nationalgericht.
Und weil ich so brav war und fleißig geschrieben habe, habt ihr euch doch noch eine kleine Geschichte verdient.

Unser erstes Anlegemanöver mit dem Dinghi erfolgte an einem kleinen Strand. Er sah ganz ruhig aus, aber als wir alle mit kurzen Hosen im Wasser standen und auch die ersten paar Zentimeter Hosenbeine schon Salzwasser gesehen hatten, kam die Fähre in den Hafen gelaufen. Hosen nass, die Handys zum Glück trocken. Nach fleißigem Lachen und einstimmigen Schulternzucken ging es ab in die Stadt.
Das Ablegemanöver stand dem Anlegemanöver in nichts nach und war sogar noch besser. Hosen hochgekrempelt und ab ins sehr ruhige Wasser, Leo an forderster Front. Wir wollten gerade einsteigen, als ein kleiner Brecher aus dem Nichts Leo bis zur Hüffte flutete. Handy schnell aus der Tasche, alles gut gegangen. Leo:“Wir müssen ja nicht alle nass werden!“ Darauf stieg Lukas in das Dinghi ein und bekam das Handy gereicht. Ein zweiter Brecher, das Wasser war die ganze Zeit super flach, machte es sich zur Aufgabe das Dinghi anzuheben und gleichtzeitig das Innere mit Wasser zu fluten. Lukas, nun auch nass, streckte mutig den Arm mit dem Handy in die Höhe,was ein super Anblick war, und kümmerte sich dann um sein eigenes. Wir schafften es dann doch noch alle hinein und mit viel Gelächter ging es zum Boot. Nach einem wohlverdienten Glas Sherry ging es ab ins Bett.
Und das mach ich jetzt auch, ist nämlich spät.
Liebe Grüße, Chris  





Dienstag, 19. Februar 2013

Unterwegs auf Tobago

Montag früh haben wir uns auf den Weg zu "Shermans Car-Rental" gemacht, laut Tourikarte etwa 1.5km. Der Weg erweist sich als etwas länger als gedacht, wir müssen ein recht erbärmliches Bild abgegeben haben,mit  wasserdichtem Packsack und Wasserflasche bewaffnet in sengender Hitze die schattenfreie Straße entlang. Wir werden nach etwa 20min Fußmarsch aufgegabelt ("You need a transport?") und die verbleibenden 3km gefahren.
Shermans erweist sich als Einfamilienhaus mit angeschlossenem Schrottplatz. Auto gibts heute nicht. Wir hätten doch anrufen sollen. "I have a car for you tomorrow morning or tomorrow someday..." Wir lehnen dankend ab und fahren mit dem nächsten "Transport" zum Flughafen und bekommen dort tatsächlich einen fast neuen Nissan für "nur" 120US$ für 2 Tage - wenn man die spanischen Automietpreise gewöhnt ist, ganz schön happig.
Mit dem guten Stück fahren wir (genauer gesagt, Chris fährt) Richtung Norden in den Regenwald und nach Charlottville. Im übrigen wird hier, ganz britisch, auf der linken Straßenseite gefahren. Das und auch der Fahrstil lassen wohl durchaus australisches Feeling aufkommen wie unser Fahrer behauptet :-)
Durch den Regenwald ein Flussbett entlang

...zum Wasserfall
...nach Charlottville

Der Strand in Charlottville
Chalottville, die zweitgrößte Stadt hier, besteht im übrigen aus dem Strand, einem Sportplatz, Bibliothek, Police-Station und Post-Supermakt-Kramladen. Dazu noch etwa 150 bunte Hütten, weit gestreut über die grünen Hänge.

Im Vordergrund der Fischladen, im Hintergrund der Post- und Kramladen

Und die eine oder andere Fressbude gibts auch, allerdings gibt nicht in jeder was zu essen. Ein Beispiel: Wir fragen drei Hanseln in einer Burgerbraterei "Do you have something to eat?" - "No, the guy is not here, maybe he comes later - you can come back later if you want...."
Wir haben dann aber ein paar Meter weiter doch noch was bekommen...

Fish&Ships und Burger




Welcome to my beautiful island

Zunächst kurz was technisches:  Das WLAN funktioniert hier nur recht zufällig - ich werd versuchen nach und nach ein paar Fotos zu posten, ansonsten aber, ganz nach karibischen Vorbild: Morgen (d.h. irgendwann zwischen heute Nachmittag und nächster Woche) kommen auch die Fotos :-)

Also: Nachdem wir in die Nacht zum Sonntag nur noch einen etwas unruhigen Ankerplatz gefunden haben, haben wir uns am Sonntag früh an den Fischerei-Pier verholt um die Einreiseformalitäten zu klären.
Zunächst also zum Zoll, der hat uns dann aber wieder weggeschickt zum Immigration-Office etwa 500m weiter im Fährterminal. Die Secrurity dort meine, am Sonntag wäre das Immigration-Office zu (also Sonntags keine Einreise nach Tobago?!) und wir sollen morgen wiederkommen. Dann also zurück zum Zoll, um diesen auch auf morgen zu vertösten. Der rief nun aber die Security an und erklärte denen, dass man auch Sonntags einreisen kann und wir trotteten wieder zum Terminal. Die nun kundige Security hat uns dann auch brav zur Einreise-Beamtin gebracht wo wir zwei Formulare jeweils in vierfacher Ausfertigung mit Blaupapier(!) ausgefüllt haben. Dann gabs noch einen ganzen Schwung Stempel und wir mussten den Overtime-Fee von 100TT$ (ca. 16Euro) bezahlen. In US$ konnte man dort nicht bezahlen, also ab zum Geldautomaten und zurück (Quittung, Stempel usw.) und mit einem herzlichen "Welcome to Tobago" wurden wir dort verabschiedet.

Zurück beim Zoll haben wir ein Teil der Einreisepapiere abgegeben und ein weites Formular (praktisch gleichen Inhalts, mit ein paar Zusatzfragen über die Menge der Drogen, die wirmitführen) ausgefüllt. Jedes Formularfeld wurde vom Beamten mit "lovely, lovely, lovely" kommentiert, dann mussten wir auch hier noch ein bisschen was bezahlen wofür unsere frisch geholten TT$ aber nicht mehr reichten. Also gabs ein abenteuerliches Gerechne mit dem Ergebnis, dass wir (mangels Wechselgeld für 5US$ jetzt noch 4TT$ beim Tobago-Zoll gut haben - die können wir uns aber morgen abholen...

Mit "Welcome to my beautiful island" wurden wir entlassen - nun sind wir also offiziell angekommen.

Das ganze hat so etwa 2h gedauert und einen guten Einblick in die hiesige Lebensweise gestattet: Unglaublich freundlich, ein wenig chaotisch und unglaublich langsam.

Den Rest des Sonntags haben wir mit baden und einem ersten Stadterkundungsrundgang verbracht, was damit endete, dass wir wahrscheinlich in der örtlichen Zeitung erscheinen, das ist aber eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden :-)

Die Aura im Hafen von Scaborough



Sonntag, 17. Februar 2013

Im Ziel

So, das wars also: Nach 16 Tagen und 4 Stunden fällt unser Anker um 22:30BZ in der Rockly Bay vor der Stadt Scaborough, Tobago.
Wie zu erwarten haben wir das Rennen gegen die Dunkelheit verloren und sind von Mond, Sternen und einer üppigen Stadtbeleuchtung begleitet in die Bucht eingelaufen. Zum anlegen an einen unbeleuchteten und nur spärlich kartierten Steg hat's nicht gereicht, daher ankern wir heute und schauen uns das ganze morgen bei Tageslicht an. Und dann gibts endlich auch ein paar Fotos.

Samstag, 16. Februar 2013

Land in Sicht

..um 13:45 BZ, also 17:45MEZ haben wir die Nordspitze von Tobago in Sicht.

Logbuch

14. Februar: Trotz nächtlichem reffen das beste Etmal der Reise - 156sm von Mittag bis Mittag. Als tagesstrukturierende Maßnahme ist heute die Kontrolle des Bierdosenschapps angesagt, aus dem es verdächtig nach Bierkeller riecht. Und tatsächlich, zwei Dosen sind geplatzt, eine davon offensichtlich schon vor längerer Zeit - brrr. Die gute Nachricht ist (also neben der, das es noch genug volle Dosen gibt), dass die Schapps der Aura dicht sind und sich der Siff also auf geneu ein Fach beschränkt. Der Klassiker zum Abendbrot: Nudeln mit Albondigas.

15.Februar: Es ist mit 20-22kt noch immer recht windig und wird wohl auch bis auf weiteres so bleiben. Zwei sich kreuzende Dünungen sorgen (mal wieder) für heftige Rollbewegungen. Zum Mittagsetmal (148sm) sind es noch 190sm nach Scaborough, Tobago. Wenn wir uns beeilen, schaffen wir das morgen ganz knapp vor Einbruch der Dubnkelheit um 19Uhr, also Genua voll ausgerollt und wegen der heftigen Krängungen wenn mal eine Welle leicht schräg von achtern einläuft zumindestens teilweise per Hand gesteuert. Unter Deck fühlt es sich ein bischen an wie Waschmaschine, das hebt die vom Dauerrollen strapazierte Laune nicht gerade und so reffen wir zum Abendbrot wieder ein - nun fahren wir nicht mehr 7.5kt sondern "nur" noch 6.5kt, das sollte reichen. Heute gabs Paella, also alles was die Vorräte an Meeresfrüchten so hergaben und Reis - sicher nicht mit ganz so viel Brimborium wie beim Originalrezept zubereitet aber trotzdem sehr lecker.