Mittwoch, 20. Februar 2013

Tobago mittendrin


Hallo ihr Lieben,
eigentlich hätte ich noch so viele Ergänzungen zu Leos Geschichten, zum Beispiel wie drei Typen mit einem roten Sack mit ihrem Dinghi an einem Strand landen und wieder ablegen, die Geschichte von mir und meiner ersten Dinghifahrt und dem Fehlen von Benzin, oder einer ganz „relax“-ten Taxifahrt, aber ich werde einmal von heute schreiben und euch so auf dem Laufenden halten.
Der Tag begann mit Regen, dann Sonne und einem leckeren Früstück an Deck. Da unsere Nachbarn aus Hawai unser Besorgtsein um einen festsitzenden Anker nicht teilen und auch so nicht den Aufwand eines Heckankers, oder zu mindest eines festen Bugankers auf sich nehmen,wurde unsere Tagesplanung um 2 Stunden nach hinten verschoben. Das Boot berührte beim Schwojen mit dem Heck unseren Bugkorb. Ohne das wir etwas dagegen machen konnten wehrte sich die Aura hebelte den am Heck befindlichen Außenborder des gegnerischen  Bootes aus und versenkte ihn auf den Boden des Hafenbeckens. Das Rot unserer Buglaterne wurde etwas rampuniert, aber letztendlich ein klares 1:0 für die Aura. Wir warteten, unter laufendem Motor zur Energiegewinnung, auf die Rückkehr der Besitzer, verholten uns dann aber angesichts der Zeit 5 Meter nach hinten und hinterliesen einen Zettel.
Also alle einsteigen und ab in den wirren Verkehr von Tobago mit dem Ziel ein wenig die Küstenstraßen entlang zu fahren, aber hauptsächlich die Straßen durch die Berge. Unser erster Halt war der GreenhillWaterfall, den wir nach ein paar kleinen Umwegen sofort fanden. Wir kletterten fröhlich über Stock und Stein, sahen Vögel, Fische und Eidechsen und genossen die Abgeschiedenheit und Ruhe. Die weiterführenden Straßen entpuppten sich als interessante Passstraßen, eng windend und manchmal nicht mehr als eine Schotterpiste. Wir fuhren weiter ins Landesinnere und ins gefühlte Herz des Regenwaldes. Der Bewuchs wurde noch üppiger und alles erstrahlte in einem satten Grün. Wir hielten an einem unscheinbaren Rasenplatz am Straßenrand von dem aber ein Weg weiterzuführen schien. Nach einer kurzen Erkundung von Leo entschlossen wir uns dem Weg zu folgen. Eine gute Entscheidung. Zwar kamen wir nirgenswo an, denn der Weg hörte irgendwann auf, oder war zumindestens unbegehbar, aber ganz nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“ hatten wir eine wunderbare einstündige Urwaldwanderung. Viele verschiedene Pflanzen mit großen und kleinen Blättern und Blüten säumten den Weg, eingebettet in eine Geräuschkulisse erzeugt von Vögeln, Blätterrauschen und fernem Wasserfall. Ja, es war sehr schön und wir kamen etwas geschwitzt aber sehr erholt aus dem Wald zurück zum Auto. Das Tobago Rich Rainforrest Reserve hielt noch weitere Wanderwege bereit, aber da die Zeit schon zu weit vorangeschritten war ließen wir sie unbegangen. Der Rückweg zur Aura führte weiter über schlängelnde Straßen und viel Trubel und heiteres Treiben am Straßenrand. Nachdem wir auf der Aura verschnauft hatten und ein kühles Carib genossen, ging es zum Essen zurück in die Stadt. Der angepeilte Italiener, der uns am ersten Abend schon gute Dienste geleistet hatte, hatte leider zu und wir mussten umdispunieren. Wir waren ja eigentlich auf der Suche nach einem typischen Landesgericht und als wir zum dritten Mal Chicken Chicken Chicken als Möglichkeit angeboten bekommen hatten und unsere eigenen Erkundungsversuche erfolglos blieben, entschieden wir uns für einen Burgerimbiss am Straßenrand. Der Burger war lecker und es gab herlichstes Straßenkino kostenlos dazu. Und als wir da so saßen und die Leute beobachteten, dämmerte uns, dass wir doch Erfolg hatten, denn Pommes mit Burger, oder Pommes mit CHICKEN ist durchaus ein Nationalgericht.
Und weil ich so brav war und fleißig geschrieben habe, habt ihr euch doch noch eine kleine Geschichte verdient.

Unser erstes Anlegemanöver mit dem Dinghi erfolgte an einem kleinen Strand. Er sah ganz ruhig aus, aber als wir alle mit kurzen Hosen im Wasser standen und auch die ersten paar Zentimeter Hosenbeine schon Salzwasser gesehen hatten, kam die Fähre in den Hafen gelaufen. Hosen nass, die Handys zum Glück trocken. Nach fleißigem Lachen und einstimmigen Schulternzucken ging es ab in die Stadt.
Das Ablegemanöver stand dem Anlegemanöver in nichts nach und war sogar noch besser. Hosen hochgekrempelt und ab ins sehr ruhige Wasser, Leo an forderster Front. Wir wollten gerade einsteigen, als ein kleiner Brecher aus dem Nichts Leo bis zur Hüffte flutete. Handy schnell aus der Tasche, alles gut gegangen. Leo:“Wir müssen ja nicht alle nass werden!“ Darauf stieg Lukas in das Dinghi ein und bekam das Handy gereicht. Ein zweiter Brecher, das Wasser war die ganze Zeit super flach, machte es sich zur Aufgabe das Dinghi anzuheben und gleichtzeitig das Innere mit Wasser zu fluten. Lukas, nun auch nass, streckte mutig den Arm mit dem Handy in die Höhe,was ein super Anblick war, und kümmerte sich dann um sein eigenes. Wir schafften es dann doch noch alle hinein und mit viel Gelächter ging es zum Boot. Nach einem wohlverdienten Glas Sherry ging es ab ins Bett.
Und das mach ich jetzt auch, ist nämlich spät.
Liebe Grüße, Chris  





3 Kommentare:

  1. sehr schöne Fotos... wird Zeit, dass Berlin auch wieder grün wird...

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  2. Das ist ja wie im Film. Tolle Bilder, interessante Geschichten und immer gute Laune-
    so ist es schön von Euch zu lesen. Dass Eure "Aura" sich so tapfer gewehrt hat, ist doch ein gutes Zeichen. Ihr könnt Euch also wirklich auf sie verlassen, bravo!
    Viele Grüße von Mamakarin und - weiter so!

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  3. Los, Elger - scheuch die faulen Stricke mal ein bisschen, damit wir Neidfotos bekommen! Sind ja nicht zum Vergnügen da :)

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