Hallo ihr Lieben,
eigentlich hätte ich noch so viele Ergänzungen zu Leos
Geschichten, zum Beispiel wie drei Typen mit einem roten Sack mit ihrem Dinghi
an einem Strand landen und wieder ablegen, die Geschichte von mir und meiner
ersten Dinghifahrt und dem Fehlen von Benzin, oder einer ganz „relax“-ten
Taxifahrt, aber ich werde einmal von heute schreiben und euch so auf dem
Laufenden halten.
Der Tag begann mit Regen, dann Sonne und einem leckeren
Früstück an Deck. Da unsere Nachbarn aus Hawai unser Besorgtsein um einen
festsitzenden Anker nicht teilen und auch so nicht den Aufwand eines
Heckankers, oder zu mindest eines festen Bugankers auf sich nehmen,wurde unsere
Tagesplanung um 2 Stunden nach hinten verschoben. Das Boot berührte beim
Schwojen mit dem Heck unseren Bugkorb. Ohne das wir etwas dagegen machen
konnten wehrte sich die Aura hebelte den am Heck befindlichen Außenborder des
gegnerischen Bootes aus und versenkte
ihn auf den Boden des Hafenbeckens. Das Rot unserer Buglaterne wurde etwas
rampuniert, aber letztendlich ein klares 1:0 für die Aura. Wir warteten, unter
laufendem Motor zur Energiegewinnung, auf die Rückkehr der Besitzer, verholten
uns dann aber angesichts der Zeit 5 Meter nach hinten und hinterliesen einen
Zettel.
Also alle einsteigen und ab in den wirren Verkehr von Tobago
mit dem Ziel ein wenig die Küstenstraßen entlang zu fahren, aber hauptsächlich
die Straßen durch die Berge. Unser erster Halt war der GreenhillWaterfall, den
wir nach ein paar kleinen Umwegen sofort fanden. Wir kletterten fröhlich über
Stock und Stein, sahen Vögel, Fische und Eidechsen und genossen die
Abgeschiedenheit und Ruhe. Die weiterführenden Straßen entpuppten sich als
interessante Passstraßen, eng windend und manchmal nicht mehr als eine
Schotterpiste. Wir fuhren weiter ins Landesinnere und ins gefühlte Herz des
Regenwaldes. Der Bewuchs wurde noch üppiger und alles erstrahlte in einem
satten Grün. Wir hielten an einem unscheinbaren Rasenplatz am Straßenrand von
dem aber ein Weg weiterzuführen schien. Nach einer kurzen Erkundung von Leo
entschlossen wir uns dem Weg zu folgen. Eine gute Entscheidung. Zwar kamen wir
nirgenswo an, denn der Weg hörte irgendwann auf, oder war zumindestens
unbegehbar, aber ganz nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“ hatten wir eine
wunderbare einstündige Urwaldwanderung. Viele verschiedene Pflanzen mit großen
und kleinen Blättern und Blüten säumten den Weg, eingebettet in eine
Geräuschkulisse erzeugt von Vögeln, Blätterrauschen und fernem Wasserfall. Ja,
es war sehr schön und wir kamen etwas geschwitzt aber sehr erholt aus dem Wald
zurück zum Auto. Das Tobago Rich Rainforrest Reserve hielt noch weitere
Wanderwege bereit, aber da die Zeit schon zu weit vorangeschritten war ließen
wir sie unbegangen. Der Rückweg zur Aura führte weiter über schlängelnde
Straßen und viel Trubel und heiteres Treiben am Straßenrand. Nachdem wir auf
der Aura verschnauft hatten und ein kühles Carib genossen, ging es zum Essen
zurück in die Stadt. Der angepeilte Italiener, der uns am ersten Abend schon
gute Dienste geleistet hatte, hatte leider zu und wir mussten umdispunieren.
Wir waren ja eigentlich auf der Suche nach einem typischen Landesgericht und
als wir zum dritten Mal Chicken Chicken Chicken als Möglichkeit angeboten
bekommen hatten und unsere eigenen Erkundungsversuche erfolglos blieben,
entschieden wir uns für einen Burgerimbiss am Straßenrand. Der Burger war
lecker und es gab herlichstes Straßenkino kostenlos dazu. Und als wir da so
saßen und die Leute beobachteten, dämmerte uns, dass wir doch Erfolg hatten,
denn Pommes mit Burger, oder Pommes mit CHICKEN ist durchaus ein
Nationalgericht.
Und weil ich so brav war und fleißig geschrieben habe, habt
ihr euch doch noch eine kleine Geschichte verdient.
Unser erstes Anlegemanöver mit dem Dinghi erfolgte an einem
kleinen Strand. Er sah ganz ruhig aus, aber als wir alle mit kurzen Hosen im
Wasser standen und auch die ersten paar Zentimeter Hosenbeine schon Salzwasser
gesehen hatten, kam die Fähre in den Hafen gelaufen. Hosen nass, die Handys zum
Glück trocken. Nach fleißigem Lachen und einstimmigen Schulternzucken ging es
ab in die Stadt.
Das Ablegemanöver stand dem Anlegemanöver in nichts nach und
war sogar noch besser. Hosen hochgekrempelt und ab ins sehr ruhige Wasser, Leo
an forderster Front. Wir wollten gerade einsteigen, als ein kleiner Brecher aus
dem Nichts Leo bis zur Hüffte flutete. Handy schnell aus der Tasche, alles gut
gegangen. Leo:“Wir müssen ja nicht alle nass werden!“ Darauf stieg Lukas in das
Dinghi ein und bekam das Handy gereicht. Ein zweiter Brecher, das Wasser war
die ganze Zeit super flach, machte es sich zur Aufgabe das Dinghi anzuheben und
gleichtzeitig das Innere mit Wasser zu fluten. Lukas, nun auch nass, streckte
mutig den Arm mit dem Handy in die Höhe,was ein super Anblick war, und kümmerte
sich dann um sein eigenes. Wir schafften es dann doch noch alle hinein und mit
viel Gelächter ging es zum Boot. Nach einem wohlverdienten Glas Sherry ging es
ab ins Bett.
Und das mach ich jetzt auch, ist nämlich spät.
Liebe Grüße, Chris




sehr schöne Fotos... wird Zeit, dass Berlin auch wieder grün wird...
AntwortenLöschenDas ist ja wie im Film. Tolle Bilder, interessante Geschichten und immer gute Laune-
AntwortenLöschenso ist es schön von Euch zu lesen. Dass Eure "Aura" sich so tapfer gewehrt hat, ist doch ein gutes Zeichen. Ihr könnt Euch also wirklich auf sie verlassen, bravo!
Viele Grüße von Mamakarin und - weiter so!
Los, Elger - scheuch die faulen Stricke mal ein bisschen, damit wir Neidfotos bekommen! Sind ja nicht zum Vergnügen da :)
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