Dienstag, 15. Januar 2013

Hinter den Kulissen

Hallo ihr,

nachdem Leo schon ausführlich über die zahlreichen Bootsarbeiten berichtet hat, hier noch einmal ein paar persönliche Erlebnisse.

 

Als wir am 06. Januar loszogen um die Innenstadt von Santa Cruz unsicher zu machen, zwei Jungs mit großem Hunger, fanden wir sie in weihnachtlichem Glanz.

Jedenfalls den Versuch, denn bei den vorherrschenden Temperaturen kommt nicht wirklich besinnliche Stimmung auf. Aber das ist hier halt anders und als wir

unseren Weg weiter durch die Menschenmengen schlugen, kamen wir zu einer Art Umzug. Die Begrüßung der heiligen drei Könige. Post, Polizei, Feuerwehr und weitere

geschmückte  Festwagen fahren mit Musik in einer Parade durch die Straßen und schmeißen mit kleinen Bonbons um sich. Leo konnte einen ergattern, ich ging leer aus L

 

An unserer Marina haben wir erst einmal die Konkurrenz begutachtet. Wir fanden eine polnische Jacht, die uns in Punkto Geschwindigkeit wohl überlegen ist. Der Preis der schönsten Jacht

ist wie auch auf den heimischen Havelgewässern unangefochten in unserer Hand.

 

Nachdem ich mit meiner neuerworbenen Unterwasserkamera die Aura mal von unten inspiziert habe, hatten wir später auf dem Trockendock noch länger Möglichkeit dazu.

Beim Kranen der Aura wusste man nicht was mehr unter Spannung stand, die Gurte unter der 6 Tonnen Bootslast, oder unsere Nerven. Komisches Gefühl das Boot so hoch über dem Wasser

schweben zu sehen. Aber, wer hätte es anders vermutet, auch unter diesem ungewohnten Blickwinkel macht das Boot mit seiner stimmigen Form einen hervorragenden Eindruck.

Mensch ist das ein schönes Boot J

 

Zum fleißigen Arbeiten gehört natürlich auch die anständige Versorgung der Truppen. Am ersten Tag unseres Werftlebens gingen wir zu einem unscheinbaren Kiosk zwischen zwei Fabrikhallen.

Da unser Boot hoch am Kran hing und unsere Geldbeutel natürlich mit ihm, bestanden unsere Finanzmittel aus dem Kleingeld in meiner Hosentasche, immerhin 10,06 Euro + Fussel.

Wir orderten erst einmal einen Cortado, dieser wurde beim Grübeln über die richtigen spanischen Worte ein Sandwich zu bestellen ( no hablo inglés ) verköstigt. Leos erster Versuch hatte zwei Cortados mit süßer Kondensmilch zur Folge. Dieser mit Zimt veredelte Kaffeegenuss schrumpfte unser Sandwichbudget um einen unbekannten Betrag. Mutig wagte ich einen zweiten Versuch und stammelte etwas von „ dos Bocadillos con pollo“. Dies wurde mit einem „Si“ und einem Nicken zur Kenntnis genommen. Wir warteten gespannt und kurze Zeit später saßen wir vor zwei riesigen belegten Baguettes. Sie schmeckten hervorragend, aber im Kopf fing ich an das Verspeiste zusammen zu rechnen. Mit einem flauen Gefühl und dem Wissen dem Typen unmöglich auf spanisch unsere Situation und die Möglichkeit des Abwaschens erklären zu können: „la cuenta por favor“. Er kam mit einem kleinen zettel wieder auf dem 9,80 stand. Punktlandung.

Der Laden hat uns sehr gefallen und wir versuchten noch weitere Male dort einzukehren, was uns aber auf Grund der typisch spanischen Öffnungszeiten nur noch einmal gelang.

So wurde aus unseren eigenen Reserven so manch leckerer Schmaus bereitet, der dem gekauften in Nichts nachstand. Mmhhh, der unverwechselbare Geschmack von Bilgenfett.

 

Neben der Windsteueranlage wurde das Heck der Aura mit einem neuen Namenszug veredelt und auch ihre Herkunft, ist nun gut zu erkennen. Berlin du bist so wunderbar! Aber kalt ;-)

 

Auf meiner Reise in den Masttop hatte ich die Möglichkeit die Welt einmal mehr von oben zu erblicken. Oben angekommen begutachtete ich alle Beschläge, Splinte und Rollen. Alles in einem sehr guten Zustand. Nur der Beschlag für das Toplicht, welches ich damals in Palma de Mallorca in mühevoller zeitaufwendiger Kleinarbeit angebracht hatte, und um den Kommentaren vorzubeugen, ja ich habe sie erst falsch herum angebracht , ist meinem prüfenden Blick erlegen und viel ab. Also wieder runter, Bohrmaschine und Nieten geholt und wieder rauf. Jetzt sitzt sie wieder fest an ihrem Platz und ja sie ist richtig herum.

 

Das Boot wurde gestern wieder zu Wasser gelassen und nach einer sehr schaukligen Überfahrt liegt die Aura wieder sicher am Liegeplatz in der Marina.

 

So, da es hier im Schatten (wegen Internet) recht kalt ist, komme ich jetzt mal zu einem Ende. Die Sonne wartet und auch am Boot ist bis zu Lucas Ankunft noch einiges zu erledigen (Wäsche waschen, Boot putzen)

 

Ich schicke euch warme und liebe Grüße aus dem sonnigen Santa Cruz und verbleibe bis zum nächsten Bericht mit besten Wünschen.

 

Alles Gute, Chris ( Leichtmatrose )

 

    

3 Kommentare:

  1. Wünsche euch guten Wind Leute. Kommt gut übern großen Teich und wehe Chris du ziehst auf der Reise keinen Schwertfisch oder Tuna aus dem Meer. ;)

    Ich schmeiß den Blog hier gleich mal in meine Favoriten, dass ich nix verpasse ;)

    Gruß
    Chrzani

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Endlich ein Blog!!! WErde ihn auch zu meine Favouriten hinzufügen, damit ich eine gute Ablenkung vom Klausurenlernen habe!!!
    Mit dem Kommentar schreibe muss ich noch üben, weil das komische "zeigen sie, dass sie kein Roboter sind" funktioniert bei mir nich so.

    Also viel Erfolg Euch, passt auf Euch auf!!!
    Liebe Grüße, Meli

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