Sonntag, 21. Juli 2013

Nebel vor Calais


Weil der Wind heute ein wenig gedreht hat, haben wir am Morgen abgelegt und konnten uns nach dem Verlassen des Hafens darüber freuen, endlich wieder in die richtige Richtung segeln zu können.
Bei Wind von 3-4 Bft war ein Kurs Richtung Calais möglich, unterbrochen nur von wenigen Holeschlägen.

Nach kurzer Zeit wurde es diesig. Dann neblig. In der Nähe von Calais betrug die Sichtweite maximal eine halbe Seemeile. Bei dem zu erwartenden Schiffsverkehr zwischen Calais und dem britischen Dover eine spannende Sache. Die britische Küstenwache meldete über Kanal 16: "Occational Fog in the British Channel." Ach, was...

Dann meldete sich das AIS. Piep-piep, piep-piep, piep-piep...
Passagierschiff, 250 m Länge, größte Annäherung in 18 Minuten, kürzeste Entfernung 0,0 SM.
Wir würden es also sehen...
Tuuuuut!   :-(
Annäherung am AIS durch ständige kleine Kursänderungen nicht zu bestimmen. Ausweichkurs unklar.
Tuuuuut!
Jetzt konnten wir es riechen.
TUUUUUT!
Das Horn wurde lauter.
Jetzt konnten wir es sehen.
Direkt von vorn! Groß. Sehr Groß.
Glücklicherweise war ein Anluven noch möglich und so schob der Dampfer etwa 300 Meter von uns entfernt vorbei.

Puuh! Glück gehabt.

Piep-piep, piep-piep, piep-piep...
:-(

Nach der "Bearbeitung" des fünften Alarms - und wir haben sie ALLE gesehen - hatten wir die Hauptfahrrinne zwischen Calais und Dover durchquert.

Fünf Minuten später lichtete sich der Nebel und die Sonne kam heraus.

Den weiteren Tag haben wir mit schöner Segelei auf einem Schlag nach Dunkerque verbracht und dort (hier also) kurz nach acht festgemacht.

Gruß, Nous und Steyler

Samstag, 20. Juli 2013

Ein ewiges Auf und Ab...

...ist es in den Tidenhäfen der Region.

Hier in Boulogne-sur-Mer sind es zur Zeit etwa sieben Meter, die der Meeresspiegel steigt und sinkt.
Das erlaubt bei Niedrigwasser einen durchaus beeindruckenden Blick auf die hölzerne Unterkonstruktion, die einen Großteil der Hafenanlagen trägt. Die Piers gegenüber, aber auch das Clubhaus des Seglervereins ruhen auf diesen Stützen.
Glücklicherweise ist die Steganlage selbst in Form eines Schwimmstegs ausgelegt, was ruhiges Festliegen - bis auf das natürlich unmerkliche Auf und Ab - garantiert. Selbst die WiFi-Antenne schwimmt mit und erlaubt, da sie direkt vor dem Bug der Aura montiert ist, ungehinderte elektronische Kommunikation.

Nur der Weg in den Yachtclub ist etwas mühselig...

Freitag, 19. Juli 2013

Bienvenue chez les Ch’tis! Häääeh!!


Im Lande der Ch'tis wird die picardische Sprache gepflegt, wie in dem bisher  erfolgreichsten französischen Film beschrieben.
Die Menschen sind sehr freundlich, eine "vornehme Gegend" ist der Landstrich allerdings nicht...

Boulogne-Sur-Mer

Vorgestern, Mittwoch gegen Mittag, haben wir in Le Havre abgelegt.
Nach zunächst freundlicher Segelei mit Sonntagnachmittag-Wannseewind -  allerdings immer noch aus der falschen Richtung - flaute es ab, so dass wir unter Motor in Richtung Nordosten gefahren sind.

Auch in der Nacht war bei wieder zunehmendem Wind (Aus welcher Richtung? Der falschen!...) Motorbetrieb angesagt. Der Tor-O-Mat (automatische Kompasskurssteuerung) steuerte in der ihm eigenen Weise den Generalkurs.
Wegen des Verkehrstrennungsgebietes (Autobahn für dicke Schiffe), das einen großen Teil der Kanalbreite einnimmt waren wir gezwungen, in die Inshore Traffic Zone (Tummelplatz für Behinderte, z. B. Schleppzüge mit mehreren hundert Metern Länge) auszuweichen.

Um Treibstoff zu sparen - wir waren nicht sicher, ob der Diesel reichen würde - haben wir dann wieder Kreuzkurs gegen den Wind eingelegt, bis der Wellengang ein Nachtanken aus großen Kanistern erlaubte. Nun waren die Segelklamotten nicht nur nass, sondern rochen auch sehr apart.
Eigentlich immer noch...
Geruchsblog ist noch nicht erfunden, würde Euch aber den klassischen Seglermief ins Wohnzimmer bringen....
;-)

Kurz nach dem Dunkelwerden erreichten wir dann Boulogne-Sur-Mer, wo wir uns in dem verwirrend beleuchteten Hafen mit unserem Mercedes unter den Yachten in einen Parkplatz für Kleinwagen pressen konnten.

Nun ist Zwölfe vorbei und Nous steht in der Küche und richtet ein Nachtmahl.

Grüße von der Aura,
Nous und Steyler

Dienstag, 16. Juli 2013

Au revoir Le Havre!


Nachdem sich das gute Wetter immer noch nicht bessert, d. h. das Hochdruckgebiet mit östlichen Winden immer noch bestimmend ist, haben wir beschlossen, eine kleinen Winddreher nach Süd, der für morgen vormittag angesagt ist, auszunutzen und uns auf den Weg zu machen.

Wir werden versuchen, uns die französische und belgische Kanalküste nach Nordosten hochzuhangeln.

Heute haben wir auch Routenplanung betrieben, wobei hier zwar die Tidenverhältnisse kalkulierbar sind, der Einfluss auf längere Sicht aber eher akademisch ist. Das Wasser schwappt halt alle sechs Stunden hin und her...

Immerhin regnet es nicht.

Wir werden morgen wohl so gegen 10:00 Uhr unseren Liegeplatz verlassen und ein letztes Mal der Hafenmole mit dem International Port Traffic Signals System (vulgo: Hafenampel) zuwinken, deren Bild uns immer an ein Atomkraftwerk russischer Herkunft erinnert hat.   ;-)

Bis denne,
Nous und Steyler

Montag, 15. Juli 2013

Nationalfeiertag

Gestern morgen, am französischen Nationalfeiertag, haben wir Lukas/Sky nach Hause verabschiedet. Wie wir soeben erfuhren, ist er auch wohlbehalten dort angekommen.
Mit Straßenbahn, Eisenbahn und Flugzeug auf der Route Le Havre - Paris - Amsterdam - Riga - Bergen hat er die Freuden des europäischen Reiseverkehrs genossen.

Wir hingegen haben uns der örtlichen Bevölkerung angeschlossen und haben den Feiertag am Strand verbracht.

In einer der vielen Strandbars, die wir kürzlich entdeckten, haben wir ein Piratenmahl eingenommen, denn das Motto lautete "Piratenparty". Die Bediensteten waren als Piraten und -bräute verkleidet und verbreiteten karibisch gute Stimmung. Das Foto mag dies untermalen. =8-)

Auch das den Abend krönende Nationalfeiertagsfeuerwerk haben wir natürlich nicht verpasst.

Das Wetter ist immer noch sommerlich schön und warm, nur günstige Winde lassen zur Zeit auf sich warten.

Daher Grüße immer noch aus Le Havre,

Nous & Steyler

Samstag, 13. Juli 2013

Seglerfrühstück


In unser hervorragendes Frühstück heute an Deck - Nous hatte schon früh für ortsübliches Baguette gesorgt - platzte ein deutscher Segler, der einen Liegeplatz suchte.
Mit lauter Stimme rief er schon von weitem: "Ihr müsst mir helfen, ich hab' keine Beine."
Seine Leistung bewundernd sprangen wir natürlich sofort auf den Steg, um zu helfen. Nachdem das Anlegemanöver unter seinen lauten Flüchen auf das Segelrevier, das flache Wasser bei Ebbe und den Hafen überhaupt, glücklich zu Ende gebracht war, mussten wir leider feststellen, dass der keinbeinige Einhandsegler ein Misanthrop erster Kajüte ist. Außer weiteren Flüchen und Maßregelungen hatte er leider nicht ein Wort des Dankes übrig.

Wir beschlossen, unseren ausgedehnten Stadtspaziergang ganz schnell zu beginnen...