Es ist vollbracht!
Heute frueh konnten wir den wohl schoensten Logbuch-Eintrag einer Ozean-Ueberquerung machen: "0640 - fest Crosshaven Boatyard, Motor aus". Nach 24,5 Tagen und 3.154 sm knallte der Champagnerkorken und die Havanna wurde angezuendet. Ein enzigartiges Erlebnis liegt hinter uns, den vollen Umfang des in den letzten Wochen Erlebten und Vollbrachten werden wir wohl erst nach etwas Zeit der Verarbeitung wirklich erfassen und bewerten koennen. Einzigartig natuerlich nur fuer uns, denn für die Crew der Etappe in die Karibik gilt Gleiches, ebenso fuer alle anderen die solch einen Toern einmal gemacht haben.
Was geschah seit unserem letzten Bericht?
Die Fahrt durch die Irische See war wunderschoen. An Steuerbord nach wie vor unbegrenzte See, an Backbord aber wieder Land, schoenes noch dazu. Bereits hier wurde klar, warum Irland die "Gruene Insel" genannt wird. Infolge nachlassender Winde gab es dann doch keine Nachtankunft. Erst mit der Morgendaemmerung erreichten wir die Ansteuerungstonne. Es folgte die Fahrt durch den Hauptsund und der Schwenk in den Seitenarm mit den Marinas. Dort fuhr Hermann dann noch einige Kringel, bis wir einen uns genehmen Liegeplatz fanden und ich alle Leinen und Fender zum Festmachen ausgemacht hatte.
Nach Champagner und Havanna wollte ich uns dann beim Custom anmelden. Leider Fehlanzeige, denn alle in den Guides genannten Stellen nahmen den arbeitsfreien Sonntag ernst. Erst Stunden spaeter und mit Hilfe eines Marinebrookers bekamen wir Kontakt. Ergebnis: Einklarieren erfolgt erst am Dienstag(Montag ist Bank-Holliday), aber wir duerfen bei weiterhin gehisster Q-Flagge schon an BEIDE an Land. Ich hatte mich im Geiste bereits darauf eingerichtet, die Formalitaeten wie ueblich als Kapitaen alleine, aber ersatzweise in Dublin vornehmen zu duerfen ...
Die ganze Reise waere ohne einige Randbedingungen so nicht moeglich gewesen.
Da ist natuerlich die Aura selbst an erster Stelle zu nennen. Dann Leo und Lukas, die diese Perle erworben haben. Insbesondere fuer uns als Zweiercrew ist der Windpilot als unabdinbgbares drittes Crewmitglied zu nennen (wann bekommt er eigentlich einen Biernamen?)
Soviel fuer heute.
Ich versuche euch morgen noch Bilder einzustellen. Und dann natuerlich die Antwort auf die Frage "Wie geht es weiter?". Dazu heute nur soviel: Crosshaven bzw. Cork als naechste Stadt hat einen Flughafen und ist somit aus Deutschland leicht zu erreichen ... !
Navigare necessare est!
Uwe / Nous
Montag, 3. Juni 2013
Sonntag, 2. Juni 2013
Land in Sicht!
Heute (Samstag) frueh um 0901 Uhr Bordzeit = UTC machte Hermann Land an Backbord voraus aus. Irland! Am 24. Seetag, nach gut 3.000 sm liegt der Atlantik nun fast hinter uns und wir laufen in die Irische See ein. Bis zu unserem Ziel, Crosshaven, sind es nun keine 100 sm mehr. Insgesamt wieder drei Gruende, um mit einem guten Schluck Rum anzustossen.
Gerade noch rechtzeitig ist unsere selbstgebastelte irische Gastlandsflagge fertig geworden. Wie schon angedeutet, war hier Improvisation gefragt, da wir keine Irlandflagge dabei haben. Aber die italienische ist vorhanden. Ein guter Anfang, da somit bereits Gruen und Weiss vorhanden sind. Das Rot Italiens muss nun noch durch Gelb-Orange fuer Irland ersetzt und das Wappen ueberdeckt werden. Nicht exakt, aber ausreichend gut sind hier das Gold unseres alten, zerschlissenen Adenauers (eigene Nationale) und Reparatursegeltuch einsetzbar. Dummerweise ist das noch vorhandene Reststueck vom Adenauer nicht gross genug, und ein wenig Italienisch-Rot ist nicht abgedeckt. Also weiter suchen! Fuendig werde ich bei den Putzvorraeten. Die Spuellappen sind zwar eher zitronengelb, aber es gibt nichts anderes - und es ist ja nur ein kleines Stueck. Jetzt alles schnell auf die italienische Flagge aufnaehen. Schnell? Da habe ich mich wohl getaeuscht! Bestimmt 10 Faden Faden, besser 10 Faden Takelgarn, habe ich bestimmt benoetigt. Die Umrechnung in Meter ueberlasse ich dem geneigten Leser ...
Mit der wohl weltbesten irischen Gastlandsflagge passierten wir dann den Fastnet Rock. Bei den maessigen Winden wie heute ein echter Genuss. Noch dazu weit und breit kein anderes Boot. Man fuehlt sich, als haette man den ganzen Atlantik exklusiv fuer sich. Schoen, dass auch in der Heimat mitgefiebert wird. Dank der AIS-Daten waren einige wohl live dabei!
Aktuell sind wir noch segelnd auf dem Weg nach Crosshaven. Es scheint mal wieder auf eine Nachtankunft hinauszulaufen. Na mal abwarten und dann nach Lage der Dinge entscheiden ob wir einlaufen oder doch lieber draussen auf das Tageslicht warten.
Bis denne
Uwe/ Nous
Gerade noch rechtzeitig ist unsere selbstgebastelte irische Gastlandsflagge fertig geworden. Wie schon angedeutet, war hier Improvisation gefragt, da wir keine Irlandflagge dabei haben. Aber die italienische ist vorhanden. Ein guter Anfang, da somit bereits Gruen und Weiss vorhanden sind. Das Rot Italiens muss nun noch durch Gelb-Orange fuer Irland ersetzt und das Wappen ueberdeckt werden. Nicht exakt, aber ausreichend gut sind hier das Gold unseres alten, zerschlissenen Adenauers (eigene Nationale) und Reparatursegeltuch einsetzbar. Dummerweise ist das noch vorhandene Reststueck vom Adenauer nicht gross genug, und ein wenig Italienisch-Rot ist nicht abgedeckt. Also weiter suchen! Fuendig werde ich bei den Putzvorraeten. Die Spuellappen sind zwar eher zitronengelb, aber es gibt nichts anderes - und es ist ja nur ein kleines Stueck. Jetzt alles schnell auf die italienische Flagge aufnaehen. Schnell? Da habe ich mich wohl getaeuscht! Bestimmt 10 Faden Faden, besser 10 Faden Takelgarn, habe ich bestimmt benoetigt. Die Umrechnung in Meter ueberlasse ich dem geneigten Leser ...
Mit der wohl weltbesten irischen Gastlandsflagge passierten wir dann den Fastnet Rock. Bei den maessigen Winden wie heute ein echter Genuss. Noch dazu weit und breit kein anderes Boot. Man fuehlt sich, als haette man den ganzen Atlantik exklusiv fuer sich. Schoen, dass auch in der Heimat mitgefiebert wird. Dank der AIS-Daten waren einige wohl live dabei!
Aktuell sind wir noch segelnd auf dem Weg nach Crosshaven. Es scheint mal wieder auf eine Nachtankunft hinauszulaufen. Na mal abwarten und dann nach Lage der Dinge entscheiden ob wir einlaufen oder doch lieber draussen auf das Tageslicht warten.
Bis denne
Uwe/ Nous
Samstag, 1. Juni 2013
23.ster Tag auf See
Am 26.5. nach Sueden abgebogen, um dem Sturmtief westlich Irland zu entkommen, hatten wir eine Berg- und Talfahrt mit ordentlichen Wellenhoehen. Aus manchen Taelern duerfte der Mast der Aura den naechsten Berg nicht mehr ueberragt haben. Na, jedenfalls waere ein Sailhorse zu verstecken... Da der Wind selten ueber 35 Knoten war gab es keine Brecher. Die Aura ist brav rauf und runter gefahren. Immerhin war Uwe zu erstaunen, wie schnell die Aura mit einer "handtuchgrossen" Fock noch unterwegs sein kann. Allerdings war dauerndes Oelzeug angesagt, Gischt kam oefters ueber, ein Aufenthalt ohne Dusche im Cockpit war nicht realistisch. Da der Windpilot alles brav gesteuert hat, mussten wir aber selten raus.
Seit dem 28.5. sind wir nun wieder auf richtigem Kurs Richtung Crosshaven / Cork in Irland. Leichte bis moderate Winde von 7 - 17 Knoten schieben uns nun auf Steuerbordbug Richtung Fastnet Rock. Nur zum Segeltausch haben wir zum 2.ten Mal den Motor angeworfen, auch jetzt reicht die Sonneneinstrahlung zum taeglichen Laden des Akkus. Jedenfalls fahren wir nun mit ausgerollter Genua 5 - 7 Knoten. Stand Wettervorhersage mit Zygrib jetzt, werden wir Sonntag frueh in Irland eintreffen.
In dieser Reise werden wir die 3000 Seemeilen knacken - nein, das war kein Vorsatz, das Sturmtief ist schuld!
Stunden spaeter auf Nachtwache: Wor merken, wir naehern uns dem Kontinentalsockel, das Meer wird unruhiger, Lichter links und rechts. AIS mneldet 4 Fischer an Backbord und einen an Steuerbord, franzoesische und spanische - keine irischen.
Am Sonnabend werden wir Land sehen - wenn die Sicht so klar bleibt wie jetzt gerade. Schoen, weil die letzte Nacht ziemlich nebelig war.
Noch amn Rande: Unsere Bordzeit ist jetzt UTC - 2 Stunden frueher als in Berlin und auf die geloggten 3000 Seemneilen haben wir schon mit Bermudarum angestossen.
Viele Gruesse
Hermann /Skipper und Uwe /Nous
Seit dem 28.5. sind wir nun wieder auf richtigem Kurs Richtung Crosshaven / Cork in Irland. Leichte bis moderate Winde von 7 - 17 Knoten schieben uns nun auf Steuerbordbug Richtung Fastnet Rock. Nur zum Segeltausch haben wir zum 2.ten Mal den Motor angeworfen, auch jetzt reicht die Sonneneinstrahlung zum taeglichen Laden des Akkus. Jedenfalls fahren wir nun mit ausgerollter Genua 5 - 7 Knoten. Stand Wettervorhersage mit Zygrib jetzt, werden wir Sonntag frueh in Irland eintreffen.
In dieser Reise werden wir die 3000 Seemeilen knacken - nein, das war kein Vorsatz, das Sturmtief ist schuld!
Stunden spaeter auf Nachtwache: Wor merken, wir naehern uns dem Kontinentalsockel, das Meer wird unruhiger, Lichter links und rechts. AIS mneldet 4 Fischer an Backbord und einen an Steuerbord, franzoesische und spanische - keine irischen.
Am Sonnabend werden wir Land sehen - wenn die Sicht so klar bleibt wie jetzt gerade. Schoen, weil die letzte Nacht ziemlich nebelig war.
Noch amn Rande: Unsere Bordzeit ist jetzt UTC - 2 Stunden frueher als in Berlin und auf die geloggten 3000 Seemneilen haben wir schon mit Bermudarum angestossen.
Viele Gruesse
Hermann /Skipper und Uwe /Nous
Montag, 27. Mai 2013
das Tief und wir
Das westlich Irland heranziehende Tief hat uns veranlasst, den Kurs nach Sueden zu aendern. Die Aura und wir beide wollen die zu erwartenden Wellenhoehen nicht ausmessen. Unsere Ankunft wird sich um einige Tage verzoegern.Uns geht es gut, Vorraete jeder Art sind noch ueberreichlich vorhanden.
Viele Gruesse
Uwe /Nous und Hermann /Skipper
Viele Gruesse
Uwe /Nous und Hermann /Skipper
Sonntag, 26. Mai 2013
Kein fliegender Hollaender
Zunaechst: Uns geht es gut, auch wenn der Blog einige Tage verstummt ist. Die Aura wird also weiterhin von uns Richtung Europa gesegelt und irrt nicht Signale versendent, aber unbemannt, durch den Atlantik.
Uns ist alles andere als langweilig, und so kam der Blog etwas zu kurz. Aber der Reihe nach.
Da waren ja die Schildkroeten, von denen Hermann geschrieben hat. Ich musste auch zweimal hinsehen, um sie zu erkennen. Sie waren tatsaechlich von braeunlicher Farbe. Somit unterscheiden sie sich natuerlich ganz deutlich von denen in der Karibik, die ja eher pink, tuerkis oder aehnlich gefaerbt sind ... :-)
Vor einigen Tagen dann die naechste Tiersichtung. Ueber Wasser die typische Rueckenflosse, der Rest knapp unter der Wasserlinie: ein Hai! Knapp 20 Meter von uns entfernt war er, etwa drei Meter lang. Allerdings schien er sich nicht fuer uns zu interessieren. Die Aura war wohl zu gross fuer sein Beuteschema. Dennoch lasse ich seitdem bei der Arbeit mit der Schlagpuetz meinen Blick vorsichtig ueber das Wasser gleiten.
Der Segelalltag haelt uns kraeftig auf Trab. Regelmaessig will etwas kontrolliert oder gerichtet werden. Kuerzlich riss mit deutlich hoerbarem Knall eine Steuerleine des Windpiloten, gefolgt vom Geflatter des Vorsegels der langsam aus dem Ruder laufenden Yacht. Schoene Bescherung! Hermann als aktuelle Wache also schnell als erster an Deck, ich dann nach anpellen hinterher. Im Rahmen der folgenden Reparatur haben wir dann gleich eine Talje mit eingeschoren, um das regelmaessig erforderlche Nachspannen einfacher zu gestalten. Nach einer guten Stunde war alles gerichtet und meine Freiwache entsprechend verkuerzt. Mein Schlaf natuerlich ebenfalls - na prima!
Von zentraler Bedeutung ist die Wetternavigation. Beschaeftigte uns zu Reisebeginn das Azorenhoch, so gilt unser Augenmerk jetzt den Tiefs vor Irland. Anhand der aktuell zweimal taeglich eingeholten Wettervorhersagen versuchen wir den besten Weg zu bestimmen. Das bedeutet wir versuchen uns vor Flauten und Stuermen fernzuhalten. Bisher ging das recht gut, die naechsten Tage werden wir aber staerkeren Wind bekommen.
Landlaeufig betrachtet hatten wir mit dem Wetter Glueck. Nur an einem Tag gab es ein paar wenige Stunden Regen und die meisten Tage konnte ich bei herlichen Sonnenaufgaengen begruessen. Selbst an eher bedeckten Tagen setzte sich Klaerchen irgendwann durch. Das erfreute nicht nur uns, sondern auch unsere Solarzellen. Bisher brauchten wir zum Nachladen der Batterie noch nie den Motor anwerfen, und das obwohl der Kuehlwschrank die ganze Zeit lief! Bei allem Ehrgeiz ist aber eines klar: Im Zweifelsfall wurde nicht der Kuehlschrank aus-, sondern der Motor angemacht.
Es zeichnet sich jetzt deutlich ab, dass unser Landfall in Irland oder England erfolgen wird. Aktuell zeigt das GPS noch 400 sm bis zum Ziel Crosshaven/Cork in Irland. Mal sehen, wieviele Seemeilen es wirklich werden. Nach Moeglichkeit werden wiruns noch einmal von See melden.
Viele Gruesse
Uwe / Nous
Uns ist alles andere als langweilig, und so kam der Blog etwas zu kurz. Aber der Reihe nach.
Da waren ja die Schildkroeten, von denen Hermann geschrieben hat. Ich musste auch zweimal hinsehen, um sie zu erkennen. Sie waren tatsaechlich von braeunlicher Farbe. Somit unterscheiden sie sich natuerlich ganz deutlich von denen in der Karibik, die ja eher pink, tuerkis oder aehnlich gefaerbt sind ... :-)
Vor einigen Tagen dann die naechste Tiersichtung. Ueber Wasser die typische Rueckenflosse, der Rest knapp unter der Wasserlinie: ein Hai! Knapp 20 Meter von uns entfernt war er, etwa drei Meter lang. Allerdings schien er sich nicht fuer uns zu interessieren. Die Aura war wohl zu gross fuer sein Beuteschema. Dennoch lasse ich seitdem bei der Arbeit mit der Schlagpuetz meinen Blick vorsichtig ueber das Wasser gleiten.
Der Segelalltag haelt uns kraeftig auf Trab. Regelmaessig will etwas kontrolliert oder gerichtet werden. Kuerzlich riss mit deutlich hoerbarem Knall eine Steuerleine des Windpiloten, gefolgt vom Geflatter des Vorsegels der langsam aus dem Ruder laufenden Yacht. Schoene Bescherung! Hermann als aktuelle Wache also schnell als erster an Deck, ich dann nach anpellen hinterher. Im Rahmen der folgenden Reparatur haben wir dann gleich eine Talje mit eingeschoren, um das regelmaessig erforderlche Nachspannen einfacher zu gestalten. Nach einer guten Stunde war alles gerichtet und meine Freiwache entsprechend verkuerzt. Mein Schlaf natuerlich ebenfalls - na prima!
Von zentraler Bedeutung ist die Wetternavigation. Beschaeftigte uns zu Reisebeginn das Azorenhoch, so gilt unser Augenmerk jetzt den Tiefs vor Irland. Anhand der aktuell zweimal taeglich eingeholten Wettervorhersagen versuchen wir den besten Weg zu bestimmen. Das bedeutet wir versuchen uns vor Flauten und Stuermen fernzuhalten. Bisher ging das recht gut, die naechsten Tage werden wir aber staerkeren Wind bekommen.
Landlaeufig betrachtet hatten wir mit dem Wetter Glueck. Nur an einem Tag gab es ein paar wenige Stunden Regen und die meisten Tage konnte ich bei herlichen Sonnenaufgaengen begruessen. Selbst an eher bedeckten Tagen setzte sich Klaerchen irgendwann durch. Das erfreute nicht nur uns, sondern auch unsere Solarzellen. Bisher brauchten wir zum Nachladen der Batterie noch nie den Motor anwerfen, und das obwohl der Kuehlwschrank die ganze Zeit lief! Bei allem Ehrgeiz ist aber eines klar: Im Zweifelsfall wurde nicht der Kuehlschrank aus-, sondern der Motor angemacht.
Es zeichnet sich jetzt deutlich ab, dass unser Landfall in Irland oder England erfolgen wird. Aktuell zeigt das GPS noch 400 sm bis zum Ziel Crosshaven/Cork in Irland. Mal sehen, wieviele Seemeilen es wirklich werden. Nach Moeglichkeit werden wiruns noch einmal von See melden.
Viele Gruesse
Uwe / Nous
Mittwoch, 22. Mai 2013
Eindruecke
Bei regnerischenm Wetter in St. Georges auf Bermudas gestartet, konnten wir den direkten Kurs zu den Azoren gar nicht anliegen. Gemaess der Devise von Leo - immer ohne Grosssegel - sind wir auf Backbordbug unter Genua Richtung Nordosten unterwegws. Mit Hilfe des Windpiloten steuern wir einen stabilen Halbwindkurs mit Geschwindigkeiten von 6 und 7 Knoten - Aura rennt. Das nordwestlich der Azoren liegende Hoch versperrt uns weiterhin den direkten Weg. Also planen wir um, wir sind schneller vorangekommen als geplant, wir fahren gleich nach Irland, England oder Frankreich. Nach den derzeitigen Wetterprognosen von Zygrib wird dieses Hoch uns fast bis Irland schieben und uns dort für den Rest der Strecke an ein Tief uebergeben.
Heute haben wir ueber das ablaufen einer Wende diskutiert, seit fast 14 Tagen fahren wir auf Backbordbug.
Wir hangeln uns am Westrand des Hochs bei Windstaerken ab 15kn entlang. Aus Sorge vor den westlichen Tiefauslaeufern mit 35kn haben wir uns Montag den 20.5. dem Hoch zu sehr genaehert und wurden gleich mit Windgeschwindigkeiten unter 10 kn bestraft, zum Glueck schiebt uns der Golfstrom, so das es im Logbuch nicht auffallen duerfte. Fuer mehr Wind sind wir kurz nach Norden abgebogen.
Ueberrascht sind wir durch die Wassertemperaturen, gestartet bei 15 Grad auf den Bermudas, sind wir jetzt bei 8 Grad. Vor einigen Tagen muessen wir kurz in den kalten Labradorstrom geraten sein, das Thermometer zeigte 2,3 Grad. Wir dachten schon, nach Eisbergen Ausschau halten zu muessen - es gab keine. Muss es im Norden noch kalt sein...
Drinnen sind es kuehle 12 - 15 Grad. Kein Problem, Kleidung und Schlafsaecke sind warm genug, aber karibisch ist das nicht mehr. Die fast immer sonnigen Tage machen es locker wett. Die Solarpaneele konnten immer die Akkus ausreichend laden, der Motor bleibt aus.
Um die Bermudas waren einige Bermuda Longtail Voegel zu sehen, einmal ein Wal, selten Delfine. Moewenaehnliche Voegel sind staendig um uns. Das Highlight sind zwei Schildkroeten, die erste hielt ich fuer einen Jutesack, bis Beinchen zum paddeln zu sehen waren. Gleich darauf eine zweite ganz nahe dran, sie war am uns ausweichen, da waren wir schon vorbei.
Wir haben jetzt eine Bordzeit von UTC -2, also 4 Stunden frueher als Berlin. Das vorruecken in die naechste Zeitzone Berlin -3 wird nicht mehr lange dauern.
Wie schon angedeutet, unser Ziel ist zur Zeit Irland, da haben wir nicht mal die Gastlandsflagge an Bord, wir ueberlegen gerade, wie wir uns eine schnitzen koennen. Gebraucht wird gruen, weiss und orange. Fuer Orange geht vielleicht das vergilbte Gold der zerschlissenen Deutschlandflagge.
Viele Gruesse vom Ozean 48 Grad 21 Minuten Nord und 031 Grad 00 Minuten West
Uwe/ Nous und Hermann/ Skipper
Heute haben wir ueber das ablaufen einer Wende diskutiert, seit fast 14 Tagen fahren wir auf Backbordbug.
Wir hangeln uns am Westrand des Hochs bei Windstaerken ab 15kn entlang. Aus Sorge vor den westlichen Tiefauslaeufern mit 35kn haben wir uns Montag den 20.5. dem Hoch zu sehr genaehert und wurden gleich mit Windgeschwindigkeiten unter 10 kn bestraft, zum Glueck schiebt uns der Golfstrom, so das es im Logbuch nicht auffallen duerfte. Fuer mehr Wind sind wir kurz nach Norden abgebogen.
Ueberrascht sind wir durch die Wassertemperaturen, gestartet bei 15 Grad auf den Bermudas, sind wir jetzt bei 8 Grad. Vor einigen Tagen muessen wir kurz in den kalten Labradorstrom geraten sein, das Thermometer zeigte 2,3 Grad. Wir dachten schon, nach Eisbergen Ausschau halten zu muessen - es gab keine. Muss es im Norden noch kalt sein...
Drinnen sind es kuehle 12 - 15 Grad. Kein Problem, Kleidung und Schlafsaecke sind warm genug, aber karibisch ist das nicht mehr. Die fast immer sonnigen Tage machen es locker wett. Die Solarpaneele konnten immer die Akkus ausreichend laden, der Motor bleibt aus.
Um die Bermudas waren einige Bermuda Longtail Voegel zu sehen, einmal ein Wal, selten Delfine. Moewenaehnliche Voegel sind staendig um uns. Das Highlight sind zwei Schildkroeten, die erste hielt ich fuer einen Jutesack, bis Beinchen zum paddeln zu sehen waren. Gleich darauf eine zweite ganz nahe dran, sie war am uns ausweichen, da waren wir schon vorbei.
Wir haben jetzt eine Bordzeit von UTC -2, also 4 Stunden frueher als Berlin. Das vorruecken in die naechste Zeitzone Berlin -3 wird nicht mehr lange dauern.
Wie schon angedeutet, unser Ziel ist zur Zeit Irland, da haben wir nicht mal die Gastlandsflagge an Bord, wir ueberlegen gerade, wie wir uns eine schnitzen koennen. Gebraucht wird gruen, weiss und orange. Fuer Orange geht vielleicht das vergilbte Gold der zerschlissenen Deutschlandflagge.
Viele Gruesse vom Ozean 48 Grad 21 Minuten Nord und 031 Grad 00 Minuten West
Uwe/ Nous und Hermann/ Skipper
Montag, 20. Mai 2013
Wenn nicht Azoren dann ...
.. heisst unser Ziel halt anders. Wie berichtet laesst das Azoirenhoch einen Weg zu den Inseln ohne Kreuzen nicht zu. Da wir andererseits flott vorankommen (vor allem durch Hermanns feines Haendchen beim Segeltrimm) haben wir uns entschlossen, direkt nach Europa durchzusegeln. Heute,am 11. Seetag, erschien die Marke von 1.500 Seemeilen auf der Logge. Etwa 1.200 Seemeilen liegen noch vor uns (Grosskreisdistanz, es werden je nach Wind einige mehr). Die an Bord befindliche Verpflegung reicht dafuer locker aus.
Bisher haben wir uns unter anderem gelabt an Risotto mit Ei (und ja, etwas Fleischbeilage), Spaghetti Piemento, Schwein suess-sauer mit Ananas und Bananen, Feuertopf "Aura" (Rinder-Bohnen-Eintopf, verfeinert nach Bordart), Fussili mit Meeresfruechten, Senfbraten aus Spam mit Gemuese und Rosmarinkartoffeln, Penne Arabiata, Schoko-Rum-Pudding mit Bananen, Vanille-Rum-Pudding mit Orangen, Obstsalat aus eingelgten Fruechten (in Rum), Rumpunsch und Anderem.
Es steht ja noch die Antwort aus, welch feiner Duft neulich dem Blog ein Ende setzte: Es war das Abloeschen der Pfanne mit Rotwein.
Neben dem Essen, also vor allem der zeit- und kraeftezehrenden Zubereitung, beschaeftigen wir uns viel mit der Entwicklung neuer Gimmicks zur Erhoehung des Bordkomforts. Das erste hat gleich wieder mit dem Essen zu tun: Nachdem dem bereits von Leo installierten Daempfer (ein zwischen Schwingherd und Nebenwand geklemmtes Handtuch)bringen nun die zusaetzlich unten in den Backofen gebrachten Kartoffeln ein feines Gegengewicht zu den oben schwinngenden Toepfen.
Die unbenutzte Koje im Salon haben wir mit zwei Segelsaecken ueberzogen. Somit besitzen wir eine prima Kurzzeit-Ablage fuer das oft durch ueberkommendes Wasser oder Tau feuchte Oelzeug des Wachgaengers und eine kraengungssichere Ablage fuer gespuelte Toepfe etc.
Nochmal Naesseschutz: Der Navisitz wird durch eine kleine Luzftmatratze geschuetzt. Vielleicht ist es aber auch ein grosses Luftkissen. Egal, auf jeden Fall hat es ein wunderbares Bluemchenmuster ;-)
Gruesse aus der Mitte des Atlantiks
Nous/Uwe und Skipper/Hermann
Bisher haben wir uns unter anderem gelabt an Risotto mit Ei (und ja, etwas Fleischbeilage), Spaghetti Piemento, Schwein suess-sauer mit Ananas und Bananen, Feuertopf "Aura" (Rinder-Bohnen-Eintopf, verfeinert nach Bordart), Fussili mit Meeresfruechten, Senfbraten aus Spam mit Gemuese und Rosmarinkartoffeln, Penne Arabiata, Schoko-Rum-Pudding mit Bananen, Vanille-Rum-Pudding mit Orangen, Obstsalat aus eingelgten Fruechten (in Rum), Rumpunsch und Anderem.
Es steht ja noch die Antwort aus, welch feiner Duft neulich dem Blog ein Ende setzte: Es war das Abloeschen der Pfanne mit Rotwein.
Neben dem Essen, also vor allem der zeit- und kraeftezehrenden Zubereitung, beschaeftigen wir uns viel mit der Entwicklung neuer Gimmicks zur Erhoehung des Bordkomforts. Das erste hat gleich wieder mit dem Essen zu tun: Nachdem dem bereits von Leo installierten Daempfer (ein zwischen Schwingherd und Nebenwand geklemmtes Handtuch)bringen nun die zusaetzlich unten in den Backofen gebrachten Kartoffeln ein feines Gegengewicht zu den oben schwinngenden Toepfen.
Die unbenutzte Koje im Salon haben wir mit zwei Segelsaecken ueberzogen. Somit besitzen wir eine prima Kurzzeit-Ablage fuer das oft durch ueberkommendes Wasser oder Tau feuchte Oelzeug des Wachgaengers und eine kraengungssichere Ablage fuer gespuelte Toepfe etc.
Nochmal Naesseschutz: Der Navisitz wird durch eine kleine Luzftmatratze geschuetzt. Vielleicht ist es aber auch ein grosses Luftkissen. Egal, auf jeden Fall hat es ein wunderbares Bluemchenmuster ;-)
Gruesse aus der Mitte des Atlantiks
Nous/Uwe und Skipper/Hermann
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