Am 26.5. nach Sueden abgebogen, um dem Sturmtief westlich Irland zu entkommen, hatten wir eine Berg- und Talfahrt mit ordentlichen Wellenhoehen. Aus manchen Taelern duerfte der Mast der Aura den naechsten Berg nicht mehr ueberragt haben. Na, jedenfalls waere ein Sailhorse zu verstecken... Da der Wind selten ueber 35 Knoten war gab es keine Brecher. Die Aura ist brav rauf und runter gefahren. Immerhin war Uwe zu erstaunen, wie schnell die Aura mit einer "handtuchgrossen" Fock noch unterwegs sein kann. Allerdings war dauerndes Oelzeug angesagt, Gischt kam oefters ueber, ein Aufenthalt ohne Dusche im Cockpit war nicht realistisch. Da der Windpilot alles brav gesteuert hat, mussten wir aber selten raus.
Seit dem 28.5. sind wir nun wieder auf richtigem Kurs Richtung Crosshaven / Cork in Irland. Leichte bis moderate Winde von 7 - 17 Knoten schieben uns nun auf Steuerbordbug Richtung Fastnet Rock. Nur zum Segeltausch haben wir zum 2.ten Mal den Motor angeworfen, auch jetzt reicht die Sonneneinstrahlung zum taeglichen Laden des Akkus. Jedenfalls fahren wir nun mit ausgerollter Genua 5 - 7 Knoten. Stand Wettervorhersage mit Zygrib jetzt, werden wir Sonntag frueh in Irland eintreffen.
In dieser Reise werden wir die 3000 Seemeilen knacken - nein, das war kein Vorsatz, das Sturmtief ist schuld!
Stunden spaeter auf Nachtwache: Wor merken, wir naehern uns dem Kontinentalsockel, das Meer wird unruhiger, Lichter links und rechts. AIS mneldet 4 Fischer an Backbord und einen an Steuerbord, franzoesische und spanische - keine irischen.
Am Sonnabend werden wir Land sehen - wenn die Sicht so klar bleibt wie jetzt gerade. Schoen, weil die letzte Nacht ziemlich nebelig war.
Noch amn Rande: Unsere Bordzeit ist jetzt UTC - 2 Stunden frueher als in Berlin und auf die geloggten 3000 Seemneilen haben wir schon mit Bermudarum angestossen.
Viele Gruesse
Hermann /Skipper und Uwe /Nous
Samstag, 1. Juni 2013
Montag, 27. Mai 2013
das Tief und wir
Das westlich Irland heranziehende Tief hat uns veranlasst, den Kurs nach Sueden zu aendern. Die Aura und wir beide wollen die zu erwartenden Wellenhoehen nicht ausmessen. Unsere Ankunft wird sich um einige Tage verzoegern.Uns geht es gut, Vorraete jeder Art sind noch ueberreichlich vorhanden.
Viele Gruesse
Uwe /Nous und Hermann /Skipper
Viele Gruesse
Uwe /Nous und Hermann /Skipper
Sonntag, 26. Mai 2013
Kein fliegender Hollaender
Zunaechst: Uns geht es gut, auch wenn der Blog einige Tage verstummt ist. Die Aura wird also weiterhin von uns Richtung Europa gesegelt und irrt nicht Signale versendent, aber unbemannt, durch den Atlantik.
Uns ist alles andere als langweilig, und so kam der Blog etwas zu kurz. Aber der Reihe nach.
Da waren ja die Schildkroeten, von denen Hermann geschrieben hat. Ich musste auch zweimal hinsehen, um sie zu erkennen. Sie waren tatsaechlich von braeunlicher Farbe. Somit unterscheiden sie sich natuerlich ganz deutlich von denen in der Karibik, die ja eher pink, tuerkis oder aehnlich gefaerbt sind ... :-)
Vor einigen Tagen dann die naechste Tiersichtung. Ueber Wasser die typische Rueckenflosse, der Rest knapp unter der Wasserlinie: ein Hai! Knapp 20 Meter von uns entfernt war er, etwa drei Meter lang. Allerdings schien er sich nicht fuer uns zu interessieren. Die Aura war wohl zu gross fuer sein Beuteschema. Dennoch lasse ich seitdem bei der Arbeit mit der Schlagpuetz meinen Blick vorsichtig ueber das Wasser gleiten.
Der Segelalltag haelt uns kraeftig auf Trab. Regelmaessig will etwas kontrolliert oder gerichtet werden. Kuerzlich riss mit deutlich hoerbarem Knall eine Steuerleine des Windpiloten, gefolgt vom Geflatter des Vorsegels der langsam aus dem Ruder laufenden Yacht. Schoene Bescherung! Hermann als aktuelle Wache also schnell als erster an Deck, ich dann nach anpellen hinterher. Im Rahmen der folgenden Reparatur haben wir dann gleich eine Talje mit eingeschoren, um das regelmaessig erforderlche Nachspannen einfacher zu gestalten. Nach einer guten Stunde war alles gerichtet und meine Freiwache entsprechend verkuerzt. Mein Schlaf natuerlich ebenfalls - na prima!
Von zentraler Bedeutung ist die Wetternavigation. Beschaeftigte uns zu Reisebeginn das Azorenhoch, so gilt unser Augenmerk jetzt den Tiefs vor Irland. Anhand der aktuell zweimal taeglich eingeholten Wettervorhersagen versuchen wir den besten Weg zu bestimmen. Das bedeutet wir versuchen uns vor Flauten und Stuermen fernzuhalten. Bisher ging das recht gut, die naechsten Tage werden wir aber staerkeren Wind bekommen.
Landlaeufig betrachtet hatten wir mit dem Wetter Glueck. Nur an einem Tag gab es ein paar wenige Stunden Regen und die meisten Tage konnte ich bei herlichen Sonnenaufgaengen begruessen. Selbst an eher bedeckten Tagen setzte sich Klaerchen irgendwann durch. Das erfreute nicht nur uns, sondern auch unsere Solarzellen. Bisher brauchten wir zum Nachladen der Batterie noch nie den Motor anwerfen, und das obwohl der Kuehlwschrank die ganze Zeit lief! Bei allem Ehrgeiz ist aber eines klar: Im Zweifelsfall wurde nicht der Kuehlschrank aus-, sondern der Motor angemacht.
Es zeichnet sich jetzt deutlich ab, dass unser Landfall in Irland oder England erfolgen wird. Aktuell zeigt das GPS noch 400 sm bis zum Ziel Crosshaven/Cork in Irland. Mal sehen, wieviele Seemeilen es wirklich werden. Nach Moeglichkeit werden wiruns noch einmal von See melden.
Viele Gruesse
Uwe / Nous
Uns ist alles andere als langweilig, und so kam der Blog etwas zu kurz. Aber der Reihe nach.
Da waren ja die Schildkroeten, von denen Hermann geschrieben hat. Ich musste auch zweimal hinsehen, um sie zu erkennen. Sie waren tatsaechlich von braeunlicher Farbe. Somit unterscheiden sie sich natuerlich ganz deutlich von denen in der Karibik, die ja eher pink, tuerkis oder aehnlich gefaerbt sind ... :-)
Vor einigen Tagen dann die naechste Tiersichtung. Ueber Wasser die typische Rueckenflosse, der Rest knapp unter der Wasserlinie: ein Hai! Knapp 20 Meter von uns entfernt war er, etwa drei Meter lang. Allerdings schien er sich nicht fuer uns zu interessieren. Die Aura war wohl zu gross fuer sein Beuteschema. Dennoch lasse ich seitdem bei der Arbeit mit der Schlagpuetz meinen Blick vorsichtig ueber das Wasser gleiten.
Der Segelalltag haelt uns kraeftig auf Trab. Regelmaessig will etwas kontrolliert oder gerichtet werden. Kuerzlich riss mit deutlich hoerbarem Knall eine Steuerleine des Windpiloten, gefolgt vom Geflatter des Vorsegels der langsam aus dem Ruder laufenden Yacht. Schoene Bescherung! Hermann als aktuelle Wache also schnell als erster an Deck, ich dann nach anpellen hinterher. Im Rahmen der folgenden Reparatur haben wir dann gleich eine Talje mit eingeschoren, um das regelmaessig erforderlche Nachspannen einfacher zu gestalten. Nach einer guten Stunde war alles gerichtet und meine Freiwache entsprechend verkuerzt. Mein Schlaf natuerlich ebenfalls - na prima!
Von zentraler Bedeutung ist die Wetternavigation. Beschaeftigte uns zu Reisebeginn das Azorenhoch, so gilt unser Augenmerk jetzt den Tiefs vor Irland. Anhand der aktuell zweimal taeglich eingeholten Wettervorhersagen versuchen wir den besten Weg zu bestimmen. Das bedeutet wir versuchen uns vor Flauten und Stuermen fernzuhalten. Bisher ging das recht gut, die naechsten Tage werden wir aber staerkeren Wind bekommen.
Landlaeufig betrachtet hatten wir mit dem Wetter Glueck. Nur an einem Tag gab es ein paar wenige Stunden Regen und die meisten Tage konnte ich bei herlichen Sonnenaufgaengen begruessen. Selbst an eher bedeckten Tagen setzte sich Klaerchen irgendwann durch. Das erfreute nicht nur uns, sondern auch unsere Solarzellen. Bisher brauchten wir zum Nachladen der Batterie noch nie den Motor anwerfen, und das obwohl der Kuehlwschrank die ganze Zeit lief! Bei allem Ehrgeiz ist aber eines klar: Im Zweifelsfall wurde nicht der Kuehlschrank aus-, sondern der Motor angemacht.
Es zeichnet sich jetzt deutlich ab, dass unser Landfall in Irland oder England erfolgen wird. Aktuell zeigt das GPS noch 400 sm bis zum Ziel Crosshaven/Cork in Irland. Mal sehen, wieviele Seemeilen es wirklich werden. Nach Moeglichkeit werden wiruns noch einmal von See melden.
Viele Gruesse
Uwe / Nous
Mittwoch, 22. Mai 2013
Eindruecke
Bei regnerischenm Wetter in St. Georges auf Bermudas gestartet, konnten wir den direkten Kurs zu den Azoren gar nicht anliegen. Gemaess der Devise von Leo - immer ohne Grosssegel - sind wir auf Backbordbug unter Genua Richtung Nordosten unterwegws. Mit Hilfe des Windpiloten steuern wir einen stabilen Halbwindkurs mit Geschwindigkeiten von 6 und 7 Knoten - Aura rennt. Das nordwestlich der Azoren liegende Hoch versperrt uns weiterhin den direkten Weg. Also planen wir um, wir sind schneller vorangekommen als geplant, wir fahren gleich nach Irland, England oder Frankreich. Nach den derzeitigen Wetterprognosen von Zygrib wird dieses Hoch uns fast bis Irland schieben und uns dort für den Rest der Strecke an ein Tief uebergeben.
Heute haben wir ueber das ablaufen einer Wende diskutiert, seit fast 14 Tagen fahren wir auf Backbordbug.
Wir hangeln uns am Westrand des Hochs bei Windstaerken ab 15kn entlang. Aus Sorge vor den westlichen Tiefauslaeufern mit 35kn haben wir uns Montag den 20.5. dem Hoch zu sehr genaehert und wurden gleich mit Windgeschwindigkeiten unter 10 kn bestraft, zum Glueck schiebt uns der Golfstrom, so das es im Logbuch nicht auffallen duerfte. Fuer mehr Wind sind wir kurz nach Norden abgebogen.
Ueberrascht sind wir durch die Wassertemperaturen, gestartet bei 15 Grad auf den Bermudas, sind wir jetzt bei 8 Grad. Vor einigen Tagen muessen wir kurz in den kalten Labradorstrom geraten sein, das Thermometer zeigte 2,3 Grad. Wir dachten schon, nach Eisbergen Ausschau halten zu muessen - es gab keine. Muss es im Norden noch kalt sein...
Drinnen sind es kuehle 12 - 15 Grad. Kein Problem, Kleidung und Schlafsaecke sind warm genug, aber karibisch ist das nicht mehr. Die fast immer sonnigen Tage machen es locker wett. Die Solarpaneele konnten immer die Akkus ausreichend laden, der Motor bleibt aus.
Um die Bermudas waren einige Bermuda Longtail Voegel zu sehen, einmal ein Wal, selten Delfine. Moewenaehnliche Voegel sind staendig um uns. Das Highlight sind zwei Schildkroeten, die erste hielt ich fuer einen Jutesack, bis Beinchen zum paddeln zu sehen waren. Gleich darauf eine zweite ganz nahe dran, sie war am uns ausweichen, da waren wir schon vorbei.
Wir haben jetzt eine Bordzeit von UTC -2, also 4 Stunden frueher als Berlin. Das vorruecken in die naechste Zeitzone Berlin -3 wird nicht mehr lange dauern.
Wie schon angedeutet, unser Ziel ist zur Zeit Irland, da haben wir nicht mal die Gastlandsflagge an Bord, wir ueberlegen gerade, wie wir uns eine schnitzen koennen. Gebraucht wird gruen, weiss und orange. Fuer Orange geht vielleicht das vergilbte Gold der zerschlissenen Deutschlandflagge.
Viele Gruesse vom Ozean 48 Grad 21 Minuten Nord und 031 Grad 00 Minuten West
Uwe/ Nous und Hermann/ Skipper
Heute haben wir ueber das ablaufen einer Wende diskutiert, seit fast 14 Tagen fahren wir auf Backbordbug.
Wir hangeln uns am Westrand des Hochs bei Windstaerken ab 15kn entlang. Aus Sorge vor den westlichen Tiefauslaeufern mit 35kn haben wir uns Montag den 20.5. dem Hoch zu sehr genaehert und wurden gleich mit Windgeschwindigkeiten unter 10 kn bestraft, zum Glueck schiebt uns der Golfstrom, so das es im Logbuch nicht auffallen duerfte. Fuer mehr Wind sind wir kurz nach Norden abgebogen.
Ueberrascht sind wir durch die Wassertemperaturen, gestartet bei 15 Grad auf den Bermudas, sind wir jetzt bei 8 Grad. Vor einigen Tagen muessen wir kurz in den kalten Labradorstrom geraten sein, das Thermometer zeigte 2,3 Grad. Wir dachten schon, nach Eisbergen Ausschau halten zu muessen - es gab keine. Muss es im Norden noch kalt sein...
Drinnen sind es kuehle 12 - 15 Grad. Kein Problem, Kleidung und Schlafsaecke sind warm genug, aber karibisch ist das nicht mehr. Die fast immer sonnigen Tage machen es locker wett. Die Solarpaneele konnten immer die Akkus ausreichend laden, der Motor bleibt aus.
Um die Bermudas waren einige Bermuda Longtail Voegel zu sehen, einmal ein Wal, selten Delfine. Moewenaehnliche Voegel sind staendig um uns. Das Highlight sind zwei Schildkroeten, die erste hielt ich fuer einen Jutesack, bis Beinchen zum paddeln zu sehen waren. Gleich darauf eine zweite ganz nahe dran, sie war am uns ausweichen, da waren wir schon vorbei.
Wir haben jetzt eine Bordzeit von UTC -2, also 4 Stunden frueher als Berlin. Das vorruecken in die naechste Zeitzone Berlin -3 wird nicht mehr lange dauern.
Wie schon angedeutet, unser Ziel ist zur Zeit Irland, da haben wir nicht mal die Gastlandsflagge an Bord, wir ueberlegen gerade, wie wir uns eine schnitzen koennen. Gebraucht wird gruen, weiss und orange. Fuer Orange geht vielleicht das vergilbte Gold der zerschlissenen Deutschlandflagge.
Viele Gruesse vom Ozean 48 Grad 21 Minuten Nord und 031 Grad 00 Minuten West
Uwe/ Nous und Hermann/ Skipper
Montag, 20. Mai 2013
Wenn nicht Azoren dann ...
.. heisst unser Ziel halt anders. Wie berichtet laesst das Azoirenhoch einen Weg zu den Inseln ohne Kreuzen nicht zu. Da wir andererseits flott vorankommen (vor allem durch Hermanns feines Haendchen beim Segeltrimm) haben wir uns entschlossen, direkt nach Europa durchzusegeln. Heute,am 11. Seetag, erschien die Marke von 1.500 Seemeilen auf der Logge. Etwa 1.200 Seemeilen liegen noch vor uns (Grosskreisdistanz, es werden je nach Wind einige mehr). Die an Bord befindliche Verpflegung reicht dafuer locker aus.
Bisher haben wir uns unter anderem gelabt an Risotto mit Ei (und ja, etwas Fleischbeilage), Spaghetti Piemento, Schwein suess-sauer mit Ananas und Bananen, Feuertopf "Aura" (Rinder-Bohnen-Eintopf, verfeinert nach Bordart), Fussili mit Meeresfruechten, Senfbraten aus Spam mit Gemuese und Rosmarinkartoffeln, Penne Arabiata, Schoko-Rum-Pudding mit Bananen, Vanille-Rum-Pudding mit Orangen, Obstsalat aus eingelgten Fruechten (in Rum), Rumpunsch und Anderem.
Es steht ja noch die Antwort aus, welch feiner Duft neulich dem Blog ein Ende setzte: Es war das Abloeschen der Pfanne mit Rotwein.
Neben dem Essen, also vor allem der zeit- und kraeftezehrenden Zubereitung, beschaeftigen wir uns viel mit der Entwicklung neuer Gimmicks zur Erhoehung des Bordkomforts. Das erste hat gleich wieder mit dem Essen zu tun: Nachdem dem bereits von Leo installierten Daempfer (ein zwischen Schwingherd und Nebenwand geklemmtes Handtuch)bringen nun die zusaetzlich unten in den Backofen gebrachten Kartoffeln ein feines Gegengewicht zu den oben schwinngenden Toepfen.
Die unbenutzte Koje im Salon haben wir mit zwei Segelsaecken ueberzogen. Somit besitzen wir eine prima Kurzzeit-Ablage fuer das oft durch ueberkommendes Wasser oder Tau feuchte Oelzeug des Wachgaengers und eine kraengungssichere Ablage fuer gespuelte Toepfe etc.
Nochmal Naesseschutz: Der Navisitz wird durch eine kleine Luzftmatratze geschuetzt. Vielleicht ist es aber auch ein grosses Luftkissen. Egal, auf jeden Fall hat es ein wunderbares Bluemchenmuster ;-)
Gruesse aus der Mitte des Atlantiks
Nous/Uwe und Skipper/Hermann
Bisher haben wir uns unter anderem gelabt an Risotto mit Ei (und ja, etwas Fleischbeilage), Spaghetti Piemento, Schwein suess-sauer mit Ananas und Bananen, Feuertopf "Aura" (Rinder-Bohnen-Eintopf, verfeinert nach Bordart), Fussili mit Meeresfruechten, Senfbraten aus Spam mit Gemuese und Rosmarinkartoffeln, Penne Arabiata, Schoko-Rum-Pudding mit Bananen, Vanille-Rum-Pudding mit Orangen, Obstsalat aus eingelgten Fruechten (in Rum), Rumpunsch und Anderem.
Es steht ja noch die Antwort aus, welch feiner Duft neulich dem Blog ein Ende setzte: Es war das Abloeschen der Pfanne mit Rotwein.
Neben dem Essen, also vor allem der zeit- und kraeftezehrenden Zubereitung, beschaeftigen wir uns viel mit der Entwicklung neuer Gimmicks zur Erhoehung des Bordkomforts. Das erste hat gleich wieder mit dem Essen zu tun: Nachdem dem bereits von Leo installierten Daempfer (ein zwischen Schwingherd und Nebenwand geklemmtes Handtuch)bringen nun die zusaetzlich unten in den Backofen gebrachten Kartoffeln ein feines Gegengewicht zu den oben schwinngenden Toepfen.
Die unbenutzte Koje im Salon haben wir mit zwei Segelsaecken ueberzogen. Somit besitzen wir eine prima Kurzzeit-Ablage fuer das oft durch ueberkommendes Wasser oder Tau feuchte Oelzeug des Wachgaengers und eine kraengungssichere Ablage fuer gespuelte Toepfe etc.
Nochmal Naesseschutz: Der Navisitz wird durch eine kleine Luzftmatratze geschuetzt. Vielleicht ist es aber auch ein grosses Luftkissen. Egal, auf jeden Fall hat es ein wunderbares Bluemchenmuster ;-)
Gruesse aus der Mitte des Atlantiks
Nous/Uwe und Skipper/Hermann
Donnerstag, 16. Mai 2013
Nachtwache
Mit einem - nein, nicht Klingelingeling - sondern mit einem Piiep-Piiep-Piiep werde ich aus dem Schlaf geholt. Meine Nachtwache beginnt, eine von zweien jeden Tag, von 2100 bis 0000 und von 0300 bis 0600 bin ich dran.
Wiederwillig wird der Schlafsack zur Seite geschoben. Noch nicht ganz wach ist bereits volle Konzentration gefordert. Jetzt ein Fehler im Ablauf wuerde viel Zeit kosten. Also zunächst Socken an (karibische Temperaturen gibt es nicht mehr), dann Halt suchend zum Klo. Dort erst die Seeventile für Zu- und Abwasser oeffnen, die Tuer schliessen und dann der fuer diesen Raum typischen Beschaeftigung nachgehen. Eine andere Reihenfolge wuerde schier unmenschliche Verrenkungen bedeuten. Erst jetzt geht es mit dem Anziehen weiter. Wichtig hierbei die Frage nach der Temperatur an die abzuloesende Wache. Eine falsche Wahl wuerde erneutes Auspellen, Bekleidungswechsel oder -aufstockung und wieder Anpellen bedeuten. Jeweils natuerlich inklusive Schuhen und Rettungsweste. Wegen des immer wieder mal ueberkommenden Wassers sind Oelzeug und Stiefel angesagt. Ob zwischen Oelzeug und erster Schicht noch eine zweite getragen wird- und wenn ja welche - variiert mit der Temperatur.
Soweit geruestet beginnt meine Nachtwache. Als erstes schnell die aktuellen Daten von Hermann abfragen: Position, Kurs (koennen wir endlich weiter oeswtlich fahren?), Windstarke und Bootsspeed (obwohl man das beides eigentlich schon recht genau spuert), wieweit ist ein- oder ausgerefft, Verstellungen am Windpilot und wie kommt der aktuell zurecht, Luftdruck und Wassertemperatur. Alles Wichtige, was ich hier nicht erwaehnt habe wird natuerlich auch abgefragt :-)
Jetzt also die drei Stunden rumkriegen. Dank Windpilot muss ich ja nicht steuern. Das braechte zwar Abwechslung, bedeutet aber sich dem ueberkommenden Wasser auszusetzen. Da bleibe ich zunaechst lieber geschuetzt hinter der Sprayhood sitzen oder gleich unter Deck. Raus mich ich aber irgendwann doch. Vom AIS bekomme ich unter Deck zwar Schiffe in der Naehe angezeigt, aber nur die, die auch ein AIS besitzen und an haben. Das ist bei Sportbooten nicht unbedingt der Fall,also heisst es sich draussen selbst umzusehen. Ausserdem kann ich dann kontrollieren, ob ggf. dicke Wolken mit Wind und Boen warten und ein (weiteres) Einrollen der Genua verlangen. Oder der Wind hat sich generell veraendert und fordert eine Anpassung der Segelfläche. Da auch wir bisher nur mit der Genua unterwegs sind, geht das alleine prima - und wenn man alles richtig macht auch sehr schnell. Ausreffen sowieso, einreffen erfordert halt einfach mehr Arbeit und Kraft. Und wieder gilt: Schoen die Reihenfolge einhalten! Beim Einrefen also: 1.) Einrollleine bereitlegen, 2.) Lose aus Luvschot holen und am besten zwei Toerns um die Winsch, 3.)Leeschot fieren und ganz von der Winsch nehmen, 4.) Holepunkt versetzen 5.) Einrollleine um Winsch legen und damit Genua um gewuenschte Umdrehungen einrollen (ohne Winsch geht hier gar nichts!), 6.) wieder Leeschot auf die Winsch und dichtholen (erst per Hand und Koerpereinsatz, dann heisst es kurbeln). Vergisst man Punkt 2 kannn es ein boeses Kuddelmuuddel beider Schoten geben. Besonders nett ist es aber, wenn Punkt 4 vergessen wird. Dann folgt die quaelende Entscheidung. Entweder mit schlecht stehender Genua weiterfahren oder zum Versetzen des Holepunktes noch mal fast komplett auffieren und danach erneut kraftraubendes Dichtholen. Mit Hinblick auf das Etmal und das Segel entscheide ich mich für die zweite Variante.
Zur Belohnung gibt es dann ein Zigarillo, Kaltgetränk oder vergaerten Zucker. Dermassen gestaerkt vergeht die Wartezeit bis zur Abloesung schon ertraeglicher. Irgendwann ertoent von unten dann ein Piiep-Piiep-Piiep und wenig spaeter liege ich wieder in der Koje.
Bis demnaechst,
Nous / Uwe
Wiederwillig wird der Schlafsack zur Seite geschoben. Noch nicht ganz wach ist bereits volle Konzentration gefordert. Jetzt ein Fehler im Ablauf wuerde viel Zeit kosten. Also zunächst Socken an (karibische Temperaturen gibt es nicht mehr), dann Halt suchend zum Klo. Dort erst die Seeventile für Zu- und Abwasser oeffnen, die Tuer schliessen und dann der fuer diesen Raum typischen Beschaeftigung nachgehen. Eine andere Reihenfolge wuerde schier unmenschliche Verrenkungen bedeuten. Erst jetzt geht es mit dem Anziehen weiter. Wichtig hierbei die Frage nach der Temperatur an die abzuloesende Wache. Eine falsche Wahl wuerde erneutes Auspellen, Bekleidungswechsel oder -aufstockung und wieder Anpellen bedeuten. Jeweils natuerlich inklusive Schuhen und Rettungsweste. Wegen des immer wieder mal ueberkommenden Wassers sind Oelzeug und Stiefel angesagt. Ob zwischen Oelzeug und erster Schicht noch eine zweite getragen wird- und wenn ja welche - variiert mit der Temperatur.
Soweit geruestet beginnt meine Nachtwache. Als erstes schnell die aktuellen Daten von Hermann abfragen: Position, Kurs (koennen wir endlich weiter oeswtlich fahren?), Windstarke und Bootsspeed (obwohl man das beides eigentlich schon recht genau spuert), wieweit ist ein- oder ausgerefft, Verstellungen am Windpilot und wie kommt der aktuell zurecht, Luftdruck und Wassertemperatur. Alles Wichtige, was ich hier nicht erwaehnt habe wird natuerlich auch abgefragt :-)
Jetzt also die drei Stunden rumkriegen. Dank Windpilot muss ich ja nicht steuern. Das braechte zwar Abwechslung, bedeutet aber sich dem ueberkommenden Wasser auszusetzen. Da bleibe ich zunaechst lieber geschuetzt hinter der Sprayhood sitzen oder gleich unter Deck. Raus mich ich aber irgendwann doch. Vom AIS bekomme ich unter Deck zwar Schiffe in der Naehe angezeigt, aber nur die, die auch ein AIS besitzen und an haben. Das ist bei Sportbooten nicht unbedingt der Fall,also heisst es sich draussen selbst umzusehen. Ausserdem kann ich dann kontrollieren, ob ggf. dicke Wolken mit Wind und Boen warten und ein (weiteres) Einrollen der Genua verlangen. Oder der Wind hat sich generell veraendert und fordert eine Anpassung der Segelfläche. Da auch wir bisher nur mit der Genua unterwegs sind, geht das alleine prima - und wenn man alles richtig macht auch sehr schnell. Ausreffen sowieso, einreffen erfordert halt einfach mehr Arbeit und Kraft. Und wieder gilt: Schoen die Reihenfolge einhalten! Beim Einrefen also: 1.) Einrollleine bereitlegen, 2.) Lose aus Luvschot holen und am besten zwei Toerns um die Winsch, 3.)Leeschot fieren und ganz von der Winsch nehmen, 4.) Holepunkt versetzen 5.) Einrollleine um Winsch legen und damit Genua um gewuenschte Umdrehungen einrollen (ohne Winsch geht hier gar nichts!), 6.) wieder Leeschot auf die Winsch und dichtholen (erst per Hand und Koerpereinsatz, dann heisst es kurbeln). Vergisst man Punkt 2 kannn es ein boeses Kuddelmuuddel beider Schoten geben. Besonders nett ist es aber, wenn Punkt 4 vergessen wird. Dann folgt die quaelende Entscheidung. Entweder mit schlecht stehender Genua weiterfahren oder zum Versetzen des Holepunktes noch mal fast komplett auffieren und danach erneut kraftraubendes Dichtholen. Mit Hinblick auf das Etmal und das Segel entscheide ich mich für die zweite Variante.
Zur Belohnung gibt es dann ein Zigarillo, Kaltgetränk oder vergaerten Zucker. Dermassen gestaerkt vergeht die Wartezeit bis zur Abloesung schon ertraeglicher. Irgendwann ertoent von unten dann ein Piiep-Piiep-Piiep und wenig spaeter liege ich wieder in der Koje.
Bis demnaechst,
Nous / Uwe
Dienstag, 14. Mai 2013
Speed, Golfstrom und Azorenhoch
Die Tage der Eingewoehnung liegen hinter uns und wir finden auch wieder Zeit und Musse den Blog zu fuettern und eure Neugier zu stillen. Zunaechst das Wichtigste: Uns und der Aura geht es gut! Der Wachrhythmus hat sich eingespielt, der Umgang mit Topf und Pfanne in der sich bewegenden Yacht bleiben schwierig, aber man findet sich immer besser zurecht. Details zum Speiseplan folgen spaeter. Die Aura faehrt sich gut und unser drittes Crewmitglied, der Windpilot, macht seine Sache nach einer ersten erzieherischen Massnahme bisher auch gut.
Von gestern auf heute Mittag eilte die Aura begeistert durchs Wasser. Lohn ist ein Etmal von 164 sm. Unterstuetzt wurde das vom Golfstrom, der uns mit einigen Auslaeufern unterstuetzte. Merkbar war das nicht nur durch den Vergleich der Speedangaben von Logge und GPS sondern auch durch die Schwankungen der regelmaessig von uns notierten Wassertemperatur. Aber auch ohne Stromunterstützung standen immerhin 154 sm als Etmal auf der Uhr. Wir kommen also zuegig voran. Stand bisher ein NE-Kurs an, sollte jetzt auf E geschwenkt werden. Da kommt jetzt der Haken: Das Azorenhoch hat sich ungewoehnlich weit noerdlich festgesetzt und versperrt uns einen guten Weg nach Osten. Mal sehen, was wir daraus machen.
Aus der Pantry kommt schon wieder ein verlockender Duft. Es ist also an der Zeit, die Berichterstattung fuer heute zu beenden.
Gruesse Nous / Uwe
Von gestern auf heute Mittag eilte die Aura begeistert durchs Wasser. Lohn ist ein Etmal von 164 sm. Unterstuetzt wurde das vom Golfstrom, der uns mit einigen Auslaeufern unterstuetzte. Merkbar war das nicht nur durch den Vergleich der Speedangaben von Logge und GPS sondern auch durch die Schwankungen der regelmaessig von uns notierten Wassertemperatur. Aber auch ohne Stromunterstützung standen immerhin 154 sm als Etmal auf der Uhr. Wir kommen also zuegig voran. Stand bisher ein NE-Kurs an, sollte jetzt auf E geschwenkt werden. Da kommt jetzt der Haken: Das Azorenhoch hat sich ungewoehnlich weit noerdlich festgesetzt und versperrt uns einen guten Weg nach Osten. Mal sehen, was wir daraus machen.
Aus der Pantry kommt schon wieder ein verlockender Duft. Es ist also an der Zeit, die Berichterstattung fuer heute zu beenden.
Gruesse Nous / Uwe
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