Donnerstag, 14. Februar 2013

Logbuch 13. Februar

Gegen Mittag ist der Wind wieder au 15-18kt aufgefrischt, die Aura rennt zügig in Richtung Ziel. Gegen Abend wird es noch ein bischen mehr - zum Wachwechsel um 0Uhr heute früh stehen minutenlang 8kt Fahrt auf dem Log, im Surf die Wellen abwärts sind es auch gerne mal 9.5kn.
Eigentlich läuft alles prima, das Boot rollt um ca.35° und der Winpilot kann den Kurs durch die Wellen mit +/-20° ganz gut halten. Der gefühlte Wind hält sich in Grenzen, ist laut Anzeige zwischen 14 und 24kt stark,wahrer WInd also irgendwass zwischen 20 und 30kt.
Trotzdem entschließen wir uns, die Genua etwas wegzurollen obwohl wir uns damit (Skipper möge uns verzeihen) warscheinlich das beste Etmal dieser Reise verderben. Aber so richtig können wir die Kräfte nicht einschätzen die nötig sind, unsere 6.5-Tonnen-Aura hier mit permanent 8kt+ durch die Wellen zu zerren. Und nach Experimenten steht uns nicht der Sinn, soo nahe am Ziel sind wir dann doch noch nicht.
Ach ja, zum Abendbrot gabs Kartoffel-Käse-Auflauf mit Käse und Sahne und Schinken und Extrakäse, also was leichtes:-)

Mittwoch, 13. Februar 2013

Logbuch 12. Februar

Flaute. Ein Glück nicht so wirklich Flaute, bei 5 bis 9kt Wind geht es immer noch mit 3-4kt voran, allerdings unter erbärmlichem Schlagen der ausgebaumten Genua. Immerhin können wir uns bei so wenig Wind ein Vollbad leisten - die Badeleiter wird klar gemacht und dann planschen wir (natürlich nicht alle gleichzeitig :-) 600sm vor der Küste im warmen Atlantikwasser.
Die Uhr haben wir wieder eine Stunde zurückgestellt, Bordzeit ist nun UTC-3. Zum Abendbrot gibts Wahoo-Schawarma, also Pitabrot mit paniertem, gebratenen Wahoo-Filet mit Salat-alles und Soße Knoblauch und Kräuter. Unglaublich lecker.
Nach Sonnenuntergang legt der Wind wieder etwas zu, nun gehts wieder mit 5-6kt Richtung Tobago.

Dienstag, 12. Februar 2013

Logbuch 11.Februar

Der Fehler war, auszurechnen, dass wenn man die Etmale der vergangenen Tage hält, am Samstagabend auf Tobago ist. Eine Stunde nach der Freude über "wir sind ja gleich da" dreht der Wind auf SSE und lässt langsam nach. Außerdem zieht eine halbdurchlässige Höhenwolkenschicht heran, die das Laden der Solarzellen ausbremst. Zum Abendbrot fangen wir noch einen kleinen (83cm) Wahoo, sehr lecker.

Zum Sonnenuntergang starten wir den Motor zum Batterieladen und verkrümeln uns unter Deck - es fängt nämlich an zu regnen. Nach einer Weile reicht der nachlassende Wind nicht mehr aus, das Boot unter Motorfahrt per Windpilot zu steuern und ich muss, mit Badehose und Schwimmweste bekleidet, draußen nach dem Rechten sehen.
Nun ja, sehen ist relativ. Es ist stockdunkel und immer wenn man denkt, "nun regnets aber ganz schön doll", fängt es an, richtig zu regnen. Nach 15 Minuten ist ein tropischer Regenguss im Gange, wie ich ihn so noch nicht erlebt habe. Die Cockpitentwässerung hat ihre Mühe, die Wassermengen nach draußen zu befördern, übers Deck laufen zentimeterhohe Bäche an Trinkwasser, jegliches Salz ist schon aus den Leinen und Segeln ausgewaschen. Unter Deck wirds sofort stickig (alle Luken sind zu), hier draußen kann man die feinste Dusche mitten auf dem Atlantik genißen.
Das ganze geht in der Stärke über eine Stunde weiter, es müssen hunderte Liter Regen allein über unserem Boot ausgeschüttet worden sein. Noch töpfelt es ein wenig, es sind aber schon hin und wieder ein paar Sterne zu sehen, mal schauen, was das Wetter morgen bringt.

Montag, 11. Februar 2013

Logbuch 10.Februar

Der Wind dreht immer weiter von NE auf E. Wir fahren mit ausgebaumter Genua direkt vor dem Wind, das gibt ein feines Geschaukel. Aber es geht zügig voran - bis auf wenige Ausnahmen stehen knapp 6kt oder sogar 7kt auf dem Log, die letzten drei Etmale lagen bei 142sm (2x) und 137sm.
Inzwischen haben wir die 25°C Isotherme überfahren, auch nachts bei 4-5 Windstärken kann man stundenlang im T-Shirt draußen sitzen.
Das nachmittägliche Brotbackexperiment ist gelungen (nachdem die zwei davor an warscheinlich überlagerter Hefe gescheitert sind). Obwohl die Brötchen eigentlich zum Frühstück gedacht waren, haben wir sie kurzerhand zum Abendbrot verputzt - man hätte sich denken können, dass die Halbwertzeit frisch gebackener Brötchen auf einem Boot wie diesem kaum länger als ein paar Stunden ist.

Sonntag, 10. Februar 2013

Bergfest

Ja, gestern war nun also Bergfest. Da wir als Ziel zunächst Grenada hatten und nun, weil es doch recht zügig voran geht, auf Tobago gewechselt sind, (mit allen damit verbundenen "hier-ist-die-Mitte-Schwierigkeiten) und außerdem die "Mitte" so gegen 0:30Uhr Bordzeit erreicht war, haben wir das Fest passender aufs Frühstück verlegt und das Thema leicht geändert: um 9:17BZ also 12:17MEZ waren es noch 1000 Meilen bis Tobagos Nordküste und damit sind wir eigentlich schon fast da ;-)
Für den Abend haben wir uns zur Feier des Tages Entenkeule (zwar aus der Dose aber sehr lecker) gegönnt.

Freitag, 8. Februar 2013

Logbuch

6. Februar: Morgens Dorade gefangen und wieder schwimmen lassen - wir mochten lieber Thunfisch. Den gabs dann auch zum Abend, allerdings aus der Dose, zusammen mit Spaghetti.

7. Februar: Offizielle Bordzeitumstellung: Nachdem die Sonne heute erst nach acht Uhr morgens aufging, haben wir die Bordzeit auf UTC-2 umgestellt - nun passt das wieder mit dem Sonnenaufgang gegen sieben und wir haben 3h Zeitverschiebung gegenüber der Heimat. Es wurde auch wieder geangelt und eine 90cm Dorade gefangen. Deren eine Hälfte haben wir gestern mit Tomaten, Zwiebeln, Zitronen un Oliven in Alufolie gedünstet und mit etwas Reis verputztzt.

8. Februar: Wetter ist immer noch hervorragend, 15-17kt Wind und strahlender Sonnenschein, der Sonnencremeverbrauch nimmt zu.

Navigatorisch hat sich in den letzten Tagen wenig geändert, Kurs ist noch immer 3° südlicher als West, Besegelung die Genua, die je nach Windstärke und Seegang etwas aufgerollt oder mit Baum gefahren wird. Zum Abendbrot wirds wieder Dorade geben, mal sehen, welche Zubereitungsart uns einfällt.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Logbuch 6. Februar

Feines Passatsegeln, abends etwas auffriischder Wind (20-22kt) so dass wir nach einer Stunde mit durchgängig 7kt+ Fahrt die Genua etws wegrollen. Eigentlich hat der Windpilot auch mit ungerefftem Segel noch ausreichend gut gesteuert, zur Schonung der Steuerleinen und der Crew haben wir uns dann für 6-6.5kt Fahrt bei erheblich weniger Gier- und Rollbewegungen entschieden.
Wie auch die letzen Tage sind wir heute wieder der Großschiffahrt begegnet - sit unserer Abfahrt in Santa Cruz durchschnittlich ein Schiff am Tag. Fanden wir recht viel, so dass das AIS mit Kollisionsalarm jetzt nachts durchläuft (und Strom braucht) uns aber erheblich mehr Entspannung in den Nachtwachen bringt.
Überhaupt die Nachtwachen: Inzwischen sind wir vom "Einer ist immer an Deck" zu einer Art Bereitschaftsdienst gewechselt. Die Wache stellt sich alle 20min. einen Wecker und schaut nach dem rechten, nach zwei Stunden übernimmt dann der nächste. Es ist auch nachts warm genug, die fälligen Arbeiten an Deck (also Windpilot nachstellen, Segel reffen oder ausreffen) auch in kurzer Hose, T-Shirt und barfuß zu erledigen, das lästige an- und ausziehen von Ölzeug entfällt also.
Die fliegenden Fische nehmen an Menge und Größe zu, bald können wir uns das Angeln schenken und die Viecher von Deck einfach in den Topf sammeln. Es ist übrigens recht unangenhem, wenn man beim abendlichen Rotweintrinken plötzlich einen 20cm großen, glitschigen, nun nicht mehr fliegenden sondern heftig zappelnen Fisch in den Kragen geworfen bekomt...
Um die Albondigas zu rehabilitieren gabs heute welche (mit Nudeln), obwohl das Wetter alles andere als schlecht ist. Als Vorspeise gabs gebackene Bananen mit Ron-Miel und Honig.