Montag, 11. Februar 2013

Logbuch 10.Februar

Der Wind dreht immer weiter von NE auf E. Wir fahren mit ausgebaumter Genua direkt vor dem Wind, das gibt ein feines Geschaukel. Aber es geht zügig voran - bis auf wenige Ausnahmen stehen knapp 6kt oder sogar 7kt auf dem Log, die letzten drei Etmale lagen bei 142sm (2x) und 137sm.
Inzwischen haben wir die 25°C Isotherme überfahren, auch nachts bei 4-5 Windstärken kann man stundenlang im T-Shirt draußen sitzen.
Das nachmittägliche Brotbackexperiment ist gelungen (nachdem die zwei davor an warscheinlich überlagerter Hefe gescheitert sind). Obwohl die Brötchen eigentlich zum Frühstück gedacht waren, haben wir sie kurzerhand zum Abendbrot verputzt - man hätte sich denken können, dass die Halbwertzeit frisch gebackener Brötchen auf einem Boot wie diesem kaum länger als ein paar Stunden ist.

Sonntag, 10. Februar 2013

Bergfest

Ja, gestern war nun also Bergfest. Da wir als Ziel zunächst Grenada hatten und nun, weil es doch recht zügig voran geht, auf Tobago gewechselt sind, (mit allen damit verbundenen "hier-ist-die-Mitte-Schwierigkeiten) und außerdem die "Mitte" so gegen 0:30Uhr Bordzeit erreicht war, haben wir das Fest passender aufs Frühstück verlegt und das Thema leicht geändert: um 9:17BZ also 12:17MEZ waren es noch 1000 Meilen bis Tobagos Nordküste und damit sind wir eigentlich schon fast da ;-)
Für den Abend haben wir uns zur Feier des Tages Entenkeule (zwar aus der Dose aber sehr lecker) gegönnt.

Freitag, 8. Februar 2013

Logbuch

6. Februar: Morgens Dorade gefangen und wieder schwimmen lassen - wir mochten lieber Thunfisch. Den gabs dann auch zum Abend, allerdings aus der Dose, zusammen mit Spaghetti.

7. Februar: Offizielle Bordzeitumstellung: Nachdem die Sonne heute erst nach acht Uhr morgens aufging, haben wir die Bordzeit auf UTC-2 umgestellt - nun passt das wieder mit dem Sonnenaufgang gegen sieben und wir haben 3h Zeitverschiebung gegenüber der Heimat. Es wurde auch wieder geangelt und eine 90cm Dorade gefangen. Deren eine Hälfte haben wir gestern mit Tomaten, Zwiebeln, Zitronen un Oliven in Alufolie gedünstet und mit etwas Reis verputztzt.

8. Februar: Wetter ist immer noch hervorragend, 15-17kt Wind und strahlender Sonnenschein, der Sonnencremeverbrauch nimmt zu.

Navigatorisch hat sich in den letzten Tagen wenig geändert, Kurs ist noch immer 3° südlicher als West, Besegelung die Genua, die je nach Windstärke und Seegang etwas aufgerollt oder mit Baum gefahren wird. Zum Abendbrot wirds wieder Dorade geben, mal sehen, welche Zubereitungsart uns einfällt.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Logbuch 6. Februar

Feines Passatsegeln, abends etwas auffriischder Wind (20-22kt) so dass wir nach einer Stunde mit durchgängig 7kt+ Fahrt die Genua etws wegrollen. Eigentlich hat der Windpilot auch mit ungerefftem Segel noch ausreichend gut gesteuert, zur Schonung der Steuerleinen und der Crew haben wir uns dann für 6-6.5kt Fahrt bei erheblich weniger Gier- und Rollbewegungen entschieden.
Wie auch die letzen Tage sind wir heute wieder der Großschiffahrt begegnet - sit unserer Abfahrt in Santa Cruz durchschnittlich ein Schiff am Tag. Fanden wir recht viel, so dass das AIS mit Kollisionsalarm jetzt nachts durchläuft (und Strom braucht) uns aber erheblich mehr Entspannung in den Nachtwachen bringt.
Überhaupt die Nachtwachen: Inzwischen sind wir vom "Einer ist immer an Deck" zu einer Art Bereitschaftsdienst gewechselt. Die Wache stellt sich alle 20min. einen Wecker und schaut nach dem rechten, nach zwei Stunden übernimmt dann der nächste. Es ist auch nachts warm genug, die fälligen Arbeiten an Deck (also Windpilot nachstellen, Segel reffen oder ausreffen) auch in kurzer Hose, T-Shirt und barfuß zu erledigen, das lästige an- und ausziehen von Ölzeug entfällt also.
Die fliegenden Fische nehmen an Menge und Größe zu, bald können wir uns das Angeln schenken und die Viecher von Deck einfach in den Topf sammeln. Es ist übrigens recht unangenhem, wenn man beim abendlichen Rotweintrinken plötzlich einen 20cm großen, glitschigen, nun nicht mehr fliegenden sondern heftig zappelnen Fisch in den Kragen geworfen bekomt...
Um die Albondigas zu rehabilitieren gabs heute welche (mit Nudeln), obwohl das Wetter alles andere als schlecht ist. Als Vorspeise gabs gebackene Bananen mit Ron-Miel und Honig.

Dienstag, 5. Februar 2013

Logbuch 4. Februar

Wir habens geschafft! Seit heute nachmittag ist die hohe, geschlossene Wolkendecke verschwunden. Übrig sind nur die locker verteilten Passatwölkchen, der Wind weht konstant mit 17-20kt. Exakt 24h nach dem Mistwetter von gestern sitzen wir unter einem grandiosen Sternenhimmel und schaukeln mit 6kn weiter Richtung Westen. Kaum zu glauben, das dies das gleiche Gewässer ist wie gestern. Die Wettervorhersage meint, es solle bis auf weiteres so bleiben, wir finden das auch :-)
Zum Abendbrot gab's aus Solidarität mit dem AVH-Eisbeinessen, Kasseler mit Sauerkraut und Salzkartoffeln. Außerdem haben wir versucht, unsere lieben Hüttens zu erreichen und zu gegebenem Anlass eine Runde auszugeben aber ALLE waren entweder landverschickt nach GF, nicht in der Nähe ihres Telefons oder sonstwie unpässlich. Deswegen auf diesem Wege Grüße an die lieben HBHB und möge euch das Eisbein gemundet haben.

Montag, 4. Februar 2013

Uhrzeit

Übrigens: Alle Uhrzeiten hier im Blog sind seit unserer Ankuft in Mindelo am letzten Montag in UTC-1, also 2h zeitversetzt zur mitteleuropäischen Zeit.

Logbuch 3/4. Februar

Den ganzen Tag Wind über 25kt, abends fängt es an zu regnen. Gegen 20Uhr legt der Wind nochmal ordenlich zu, 45kt scheinbarer Wind standen teilweise auf dem Anemometer. Wilde Reise durch die pottenfinstere Nacht, das Wasser ist von grün leuchtenden Algen übersäht - teils wie Sterne hell leuchtende Punkte, teils ganze Felder von matt glimmenden, gefühlt wasserballgroßen diffusen Kugeln. Mit der auf Handtuchgröße zusammengerollten Genua machen wir 7-8kt Fahrt.
Nach einer Stunde ist die Böe dann vorüber, die übrig bleibenden 25-35kt steuert der Windpilot locker alleine und wir verholen uns wieder unter Deck.

4. Februar, 13Uhr: Dieser Eintrag gleich hinterher, damit sich niemand Sorgen macht.Der Wind ist auf das in der Vorhersage angegebene Maß von 15-20kt abgeflaut, die Störung scheint nun durchgezogen zu sein. Was von ihr leider noch übrig ist, ist die hohe, graue Wolkenschicht, die aber hoffentlich spätestens morgen auch vershwunden ist.